🚍 Lage und aktueller Stand In den Landkreisen Bautzen und Görlitz steht der öffentliche Bus- und Stadtverkehr vor spürbaren Einschränkungen. Nach einer ergebnislosen dritten Verhandlungsrunde berät die Gewerkschaft ver.di am Freitag, 6. März 2026, über Form und Umfang möglicher Arbeitskampfmaßnahmen. Fahrgäste in der Oberlausitz müssen sich kurzfristig auf Ausfälle und Verzögerungen einstellen. Betroffen wären nach jetzigem Stand fünf Verkehrsunternehmen in der Region.
🧭 Hintergrund des Konflikts Der Konflikt dreht sich um Löhne, Zulagen und die Laufzeit eines neuen Tarifvertrags. Während die Arbeitgeber ihr Angebot zuletzt nachgebessert haben, hält ver.di an einer deutlichen Entgeltsteigerung fest. Der Druck steigt, denn ein Streik träfe nicht nur Pendler, sondern auch Schüler und Senioren – gerade im ländlich geprägten Raum, in dem Busse vielerorts das Rückgrat der Mobilität bilden. Aus konservativer Sicht ist entscheidend, dass Tarifpolitik Verlässlichkeit für Bürger und Kommunalhaushalte gewährleistet.
📊 Arbeitgeberangebot im Überblick Das Angebot umfasst drei Entgeltschritte: zweimal 1,9 Prozent und einmal 1 Prozent bis Anfang 2028 sowie eine Einmalzahlung von 200 Euro. Die Laufzeit des Tarifvertrags wäre demnach bis Ende Juni 2028 angelegt. Darüber hinaus sind höhere Zulagen vorgesehen:
- 25 Prozent Zulage für Nachtarbeit ab 1. April 2026; Beginn der Nachtzeit ab 21 Uhr statt bisher 20 Uhr.
- Erhöhung beim Zusammentreffen mehrerer Zeitzuschläge von 15 auf 20 Prozent ab 1. April 2026.
- Samstagszulage von 25 Prozent; ab 1. Januar 2027 dann 15 Prozent ab 13 Uhr.
- Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste von 13 auf 15 Euro.
📌 Hinweis zur Laufzeit Zusätzlich wird in der Auflistung eine Laufzeit bis 31. Dezember 2030 genannt, was erkennbar Klärungsbedarf signalisiert.
✊ Forderungen von ver.di Die Gewerkschaft hält das Paket für unzureichend und fordert acht Prozent mehr Geld bei einer kürzeren Laufzeit bis Ende Juni 2027. Über das weitere Vorgehen – bis hin zu flächigen oder selektiven Streiks – soll am Freitag entschieden werden.
🧩 Mögliche Betroffenheit in der Region Sollte es zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen, wären voraussichtlich folgende Unternehmen betroffen:
- Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda
- Regionalbus Oberlausitz
- Görlitzer Verkehrsbetriebe
- Omnibusverkehr Oberlausitz (OVO)
- DB Regio Bus Ost in Zittau
👥 Auswirkungen für Fahrgäste Fahrgäste in der Oberlausitz müssen sich kurzfristig auf Ausfälle und Verzögerungen einstellen. Ein Streik träfe nicht nur Pendler, sondern auch Schüler und Senioren – besonders im ländlichen Raum, in dem Busse vielerorts das Rückgrat der Mobilität bilden.
🔎 Transparenz und Klärungsbedarf Die widersprüchlichen Laufzeitangaben sollten zeitnah transparent ausgeräumt werden, um die Planungsunsicherheit zu verringern und Vertrauen in den Verhandlungsprozess zu sichern.
✅ Fazit und Ausblick Die Faktenlage ist eindeutig: Es steht ein verbessertes, aber gestrecktes Arbeitgeberangebot einer klar umrissenen, höheren Lohnforderung der Gewerkschaft mit straffer Laufzeit gegenüber. Bevor Fahrgäste und Kommunen die Zeche für einen längeren Konflikt zahlen, sollten beide Seiten Kompromissbereitschaft zeigen und die offenen Punkte zügig klären. Ein schneller, tragfähiger Abschluss liegt im Interesse der öffentlichen Ordnung und der Planbarkeit des Nahverkehrs in der Oberlausitz.
🗨️ Kommentar der Redaktion Daseinsvorsorge darf nicht zum Spielball taktischer Machtproben werden. Streiks im Nahverkehr treffen zuerst Pendler, Schüler und Senioren – also jene, die auf Verlässlichkeit angewiesen sind. Ver.di sollte Verantwortung zeigen und Maximalforderungen zugunsten eines realistischen, finanzierbaren Abschlusses mäßigen, während die Arbeitgeber widersprüchliche Laufzeitangaben umgehend bereinigen. Ein moderater Abschluss mit klarer, überschaubarer Laufzeit schützt Bürger und kommunale Haushalte. Längere Arbeitskämpfe im ÖPNV wären unverhältnismäßig und dem Gemeinwohl abträglich.
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