📰 Entscheidung in Dresden Der Freistaat Sachsen führt sein Modellvorhaben Ganztagspiloten um ein weiteres Schuljahr fort. Ziel ist eine engere Verzahnung von Unterricht und Hort, um den Lernalltag verlässlicher zu strukturieren. Aktuell erproben elf Standorte das Konzept. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sieht darin Rückenwind für Schülerinnen und Schüler. Das Projekt läuft seit 2022 und wird wissenschaftlich begleitet. Die Entscheidung wurde am 5. März 2026 in Dresden bekanntgegeben.
🎯 Ziel und Ansatz Die Ganztagspiloten führen Unterricht, Übungsphasen und Betreuung rhythmisiert zusammen und verankern die Zusammenarbeit von Lehr- und Hortfachkräften systematisch. Nach Angaben des Kultusministeriums stabilisiert diese Verzahnung Lernprozesse und schafft klare Tagesstrukturen.
🏫 Pilotstandorte und Struktur Das Konzept wird derzeit an acht Grundschulen, zwei Förderzentren und einer Oberschule erprobt.
- Acht Grundschulen
- Zwei Förderzentren
- Eine Oberschule
🔬 Wissenschaftliche Begleitung Die Evangelische Hochschule Dresden begleitet und evaluiert die Prozessabläufe. Perspektivisch sollen aus den Ergebnissen übertragbare Modelle für weitere Schulen entwickelt werden.
⏳ Verlängerung schafft Zeit und Verlässlichkeit Die Fortführung um ein zusätzliches Schuljahr gibt den Schulen Raum, Abläufe zu justieren, Personalressourcen zu bündeln und die Verlässlichkeit für Familien zu erhöhen.
🇩🇪 Bundesweiter Rahmen und Zuständigkeiten Die Verlängerung erfolgt vor dem bundesweiten Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung im Primarbereich, der ab dem Schuljahr 2026/27 stufenweise greift und bis 2029/30 für alle Kinder der Klassen 1 bis 4 gelten soll. Der Bund flankiert den Ausbau mit Programmen und setzt qualitative Mindeststandards, während Länder und Kommunen für die praktische Umsetzung verantwortlich sind.
📏 Ausblick und Kriterien Entscheidend wird, dass das Kultusministerium belastbare Kriterien für Lernerfolg, Personal- und Raumplanung sowie die Übertragbarkeit auf den Regelbetrieb offenlegt. Nur mit transparenten Ergebnissen, klaren Verantwortlichkeiten und planbarer Finanzierung lässt sich der Sprung von elf Pilotstandorten in die Fläche seriös bewältigen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Freistaat setzt mit der Verlängerung auf Ordnung vor Tempo, und das ist richtig. Verlässliche Tagesrhythmen, klare Zuständigkeiten und eine saubere Evaluation sind wichtiger als hektischer Ausbau. Der Bund mag Standards setzen, doch die Bewährungsprobe findet vor Ort statt, wo Personal, Räume und Planungssicherheit zählen. Ohne messbare Ziele und harte Transparenz bleibt Ganztag ein Versprechen auf dem Papier. Qualität vor Quantität, Finanzierung mit Augenmaß und eindeutige Verantwortungslinien müssen jetzt verbindlich gemacht werden.
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