🎼 Dresdner Staatskapelle plant Beethoven-Großprojekt, Mahler-Fortsetzung und Blomstedt-Rückkehr

📰 Saisonfokus und Mitteilung Die Sächsische Staatskapelle Dresden richtet ihre neue Saison klar am Kanon aus: 2027 stehen zum 200. Todestag Ludwig van Beethovens zwei vollständige Sinfonien-Zyklen an vier aufeinanderfolgenden Abenden unter Chefdirigent Daniele Gatti auf dem Programm. Flankiert wird dies von einem breit angelegten Begleitformat. Parallel setzt das Orchester seinen Mahler-Zyklus fort und kündigt ein Wiedersehen mit Ehrendirigent Herbert Blomstedt an. Die Mitteilung erfolgte am 5. März 2026.

🎼 Beethoven im Zentrum Gatti betont, Beethoven als „lebendigen Komponisten“ zu vermitteln – ein Werkbestand, der sich „immer wieder neu lesen“ lasse. Kern des Vorhabens sind zwei viertägige Zyklen „Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien“ in Dresden: vom 14. bis 17. April 2027 sowie vom 28. April bis 1. Mai 2027, beide unter Daniele Gatti.

🗓️ Begleitprogramm und Auftragswerke Das Beethoven-Jahr rahmen ein Symposium („Beethoven, unser Zeitgenosse“) am 10. April, „Late Night with Ludwig“ in der Schlosskapelle, eine Konzertlounge, eine Kammermatinee sowie Angebote für „Kapelle-für-Kids“. Ergänzend beauftragt die Kapelle vier junge Komponistinnen und Komponisten mit Dialogstücken. Die programmatische dritte Säule widmet sich Jörg Widmann, der zugleich als „Capell-Compositeur“ und „Capell-Virtuos“ Impulse aus der Tradition in die Gegenwart tragen soll. Ein Rezital des Capell-Virtuosen Jörg Widmann ist für den 11. April vorgesehen.

🌍 Tournee des Beethoven-Zyklus Über Dresden hinaus ist der Beethoven-Zyklus auf Tournee zu erleben: im April 2027 in Wien und im Mai in Spanien.

🕯️ Gedenkkonzert mit Blomstedt Einen besonderen Akzent setzt das Gedenkkonzert für die Zerstörung Dresdens: Herbert Blomstedt, von 1975 bis 1985 Chef des Orchesters, soll in seinem 100. Lebensjahr am Pult stehen; auf dem Programm stehen Brahms’ „Nänie“ und die 4. Sinfonie.

🎻 Mahler als Langzeitprojekt Die Mahler-Schiene wird mit späten Werken fortgeführt. Als Gäste sind unter anderem Robin Ticciati, Petr Popelka, Joshua Weilerstein, Sir András Schiff, Marie Jacquot, Tugan Sokhiev, Riccardo Minasi und Manfred Honeck angekündigt; als Solisten unter anderem Vilde Frang, Leonidas Kavakos, Jean‑Yves Thibaudet, Rudolf Buchbinder, Igor Levit und Seong‑Jin Cho. Insgesamt sind über 100 Konzerte vorgesehen, mit Festivalauftritten ab September in Ljubljana, Verona und Meran sowie Stationen Ende Oktober/Anfang November in der Schweiz, in deutschen Städten und in Paris.

🧩 Dramaturgische Linie Die Kapelle setzt auf eine konservative, aber stringente Programmdramaturgie: Beethoven als Mittelpunkt, Mahler als Langzeitprojekt, Blomstedt als identitätsstiftende Autorität – ergänzt durch gezielte Gegenwartsbezüge via Widmann und Auftragswerke. Das sendet ein klares Signal: Traditionspflege und internationale Strahlkraft gehen vor Breitenstreuung – ein Kurs, der künstlerische Profilierung verspricht und an Dresdens historisches Selbstverständnis als Musikstadt anknüpft.

🗨️ Kommentar der Redaktion Dieser Kurs ist richtig und überfällig: Im Beethoven-Jahr den Kanon ins Zentrum zu rücken, ist kulturelle Verantwortung, keine Nostalgie. Zwei vollständige Zyklen in komprimierter Form setzen auf Disziplin und Klarheit statt Beliebigkeit. Die Fortführung der Mahler-Linie und das Wiedersehen mit Herbert Blomstedt sichern Kontinuität und Autorität. Die Gegenwartsakzente um Jörg Widmann und die Auftragswerke sind als Dialog gedacht, nicht als Selbstzweck. Wer breitere Crossover-Erwartungen hegt, verkennt den Auftrag eines Spitzenorchesters dieser Prägung; Profil entsteht hier durch Maß, Haltung und Substanz.

Quelle: Externe Quelle

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