DAS NEUSTE

🐑 Osterlämmer zwischen Markt und Wolf: Sachsens Schäfer unter Druck

🐑 Lämmerzeit auf dem Höhepunkt In Sachsen erreicht die Lämmerzeit kurz vor Ostern ihren Höhepunkt. 2026 melden Betriebe mehr Geburten als in den Vorjahren, füttern Osterlämmer gezielt eiweißreich und hoffen auf stabile Erlöse. Gleichzeitig schmälern sinkende Erzeugerpreise und Wolfsrisse die Perspektiven – selbst bei gutem Management, wie das Beispiel eines Schäfereibetriebs bei Bennewitz im Landkreis Leipzig zeigt. Stand: 28. Februar 2026.

🌿 Schafe als Landschaftspfleger Schafe sichern Einkommen und leisten Naturschutz: Beweidete Flächen halten seltene Biotope offen. Nach Jahren des Rückgangs wuchs der Bestand im Freistaat zuletzt wieder an – auf 132.400 Tiere inklusive Lämmer. In zwei Jahrzehnten war er zuvor um rund 30.000 gesunken. Diese Erholung bleibt fragil, weil wirtschaftliche und regulatorische Risiken zunehmen.

📉 Preisdruck am Erzeugermarkt Am Markt steht ein Kilogramm Lamm (lebend) derzeit bei etwa 4,20 Euro – nach rund fünf Euro im Vorjahr. Parallel steigen die Kosten für Futter, Energie und Arbeit. Das verschärft den wirtschaftlichen Druck auf die Betriebe.

🥩 Vom Stall bis zur Ladentheke Lämmer werden meist mit 42 bis 45 Kilogramm schlachtreif. Eine Keule kostet im Handel um 40 Euro pro Kilogramm. Die Diskrepanz zwischen Erzeugererlös und Ladenpreis zeigt die angespannte Lage entlang der Wertschöpfungskette.

🐺 Wolfsübergriffe belasten Herden 2025 wurden 210 Schadensfälle registriert, 527 Tiere waren betroffen, 416 davon getötet. Solche Risse erhöhen Aufwand und Verluste – auch dort, wo Betriebe professionell arbeiten. Das Beispiel aus dem Raum Bennewitz verdeutlicht die Verletzlichkeit selbst gut geführter Herden.

🏛️ Politischer Rahmen in Arbeit Die Bundesregierung plant, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, um problematische Individuen nach Zaunüberwindungen schneller entnehmen zu können. Die Ausschussberatungen im Bundestag laufen.

🛡️ Erforderliche Rahmenbedingungen Nötig sind planbare Regeln: wirksamer Herdenschutz, zügige Verfahren bei Problemwölfen und eine Entschädigungspraxis ohne Hürden. Ebenso braucht es Marktzugänge, die Erzeugerpreise stabilisieren, etwa durch regionale Vermarktung und öffentliche Beschaffung. So lässt sich der Zielkonflikt zwischen bezahlbaren regionalen Lebensmitteln, Pflege der Kulturlandschaft und strengem Artenschutz ausbalancieren.

⚠️ Risiko für Betriebe und Natur Trotz hoher Oster-Nachfrage droht ein schleichender Rückzug aus der Schäferei. Das hätte Kosten für Verbraucher und Natur. Ohne verlässliche Erlöse und praxistauglichen Artenschutz bleibt die jüngste Bestandserholung auf wackligem Fundament.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Lage der Schäfereien verlangt Verlässlichkeit und klare Prioritäten. Artenschutz darf nicht über wirtschaftliche Vernunft gestellt werden, wenn Herden nach Zaunüberwindungen gerissen werden. Wer regionale Lebensmittel will, muss stabile Erzeugerpreise ermöglichen und Entschädigungen ohne Hürden sicherstellen. Problemwölfe sind zügig zu entnehmen, damit Weidetierhaltung Bestand hat. Andernfalls zahlen zuerst die Betriebe, dann die Verbraucher und schließlich die Kulturlandschaft.

Quelle: Externe Quelle

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