🛡️ Bundestag setzt auf Loitering-Munition: Drohnenkauf trotz Thiel-Debatte beschlossen

📰 Beschluss und Zeitrahmen Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat die Beschaffung sogenannter Kamikaze-Drohnen für die Bundeswehr freigegeben. Für eine erste Tranche werden rund 536 Millionen Euro bereitgestellt. Die Systeme sollen ab 2027 an der NATO‑Ostflanke einsatzbereit sein.

🎯 Technischer Hintergrund Bei den bestellten Systemen handelt es sich um Loitering Munition, unbemannte Flugkörper, die über dem Zielgebiet kreisen und bei Freigabe einschlagen. Erfahrungen aus dem Ukraine‑Krieg gelten als treibender Faktor für die Beschaffung.

💶 Finanzieller Rahmen Der Haushaltsausschuss hat den finanziellen Rahmen enger gezogen. Das ursprünglich im Raum stehende Volumen von 4,3 Milliarden Euro wurde deutlich reduziert. Insgesamt gilt eine Deckelung auf zwei Milliarden Euro, hälftig aufgeteilt zwischen den beiden Anbietern. Künftige Bestellungen über die jetzt gebilligte Summe hinaus bedürfen erneuter Zustimmung.

🏭 Industrie und Stückzahlen Die freigegebene erste Tranche umfasst jeweils mehrere Tausend Systeme der deutschen Firmen Stark Defence in Berlin und Helsing in München. Perspektivisch wird eine fünfstellige Stückzahl angestrebt. Rheinmetall bleibt als möglicher dritter Anbieter im Verfahren.

📅 Einsatz und Planung Erster Nutzerverband soll die Brigade in Litauen sein. Politisch maßgeblich war die Ausschussentscheidung vom 25. Februar 2026, damit die Panzerbrigade 45 bis 2027 ausgestattet werden kann. Heeresplanungen sehen sechs Einheiten für den Drohneneinsatz vor, weitere Batterien mittlerer Reichweite sollen bis 2029 folgen.

⚖️ Politische Debatte Im Mittelpunkt stand die Minderheitsbeteiligung des US‑Investors Peter Thiel an Stark Defence. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums liegt sein Anteil im einstelligen Prozentbereich und umfasst keinen operativen Einfluss; dies sei schriftlich zugesichert worden. Kritik kam insbesondere von den Grünen, während Verteidigungsminister Boris Pistorius die Bedenken nach Prüfung als ausgeräumt wertete.

🔍 Einordnung und Ausblick Mit der Entscheidung stärkt Deutschland eine in modernen Konflikten zentrale Fähigkeit: präzise, skalierbar und aus der Distanz wirksam. Zugleich setzt der Haushaltsausschuss klare finanzielle Leitplanken und Nachsteuerungspflichten. Politisch bleibt Transparenz über Eigentümerstrukturen und Einflussrechte unerlässlich. Für die Truppe zählt nun, dass Industrie und Ministerium den ambitionierten Zeitplan halten, ohne Abstriche bei Reife, Ausbildung und Integration in die Führungssysteme.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Entscheidung ist sicherheitspolitisch richtig und überfällig: Wer die NATO‑Ostflanke glaubhaft schützen will, braucht wirksame Mittel der Distanzbekämpfung. Eine Minderheitsbeteiligung im einstelligen Prozentbereich darf die Wehrbeschaffung nicht blockieren, solange kein operativer Einfluss besteht und Transparenz gewährleistet ist. Die klare Deckelung mit erneuter Zustimmungspflicht setzt die gebotene haushalterische Disziplin. Nun müssen Industrie und Ministerium Tempo machen, Ausbildung und Integration sauber aufsetzen und den Termin 2027 einhalten. Sicherheitsfähigkeit hat Vorrang vor Symboldebatten.

Quelle: Externe Quelle

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