❄️ Winterruhe am Arbeitsmarkt Der ostsächsische Arbeitsmarkt tritt im Februar 2026 auf der Stelle: Rund 20.600 Jobsuchende bedeuten gegenüber Januar praktisch keine Veränderung, die Arbeitsagentur spricht von einer saisonal bedingten „Winterruhe“. Die Angaben wurden am 27. Februar 2026 aktualisiert.
🗺️ Regionale Einordnung Die Oberlausitz ist im Agenturbezirk Bautzen zusammengefasst und umfasst die Landkreise Bautzen und Görlitz.
📊 Zahlen im Vergleich Im Januar 2026 waren 20.661 Menschen arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 7,5 Prozent. Dass die Gesamtzahl im Februar nahezu identisch bleibt, unterstreicht die derzeit schleppende Dynamik.
🌨️ Saisonale Bremseffekte Der Anstieg zum Jahresbeginn wurde witterungs- und saisonbedingt eingeordnet: Zum Jahresende laufen befristete Verträge aus, zudem pausieren Außen- und Bauberufe. Allein rund 1.900 Personen meldeten sich im Januar aus zuvor bestehender Beschäftigung arbeitslos, viele aus wetterabhängigen Branchen.
🎓 Junge ohne Abschluss im Fokus Unter den Arbeitslosen befinden sich etwa 1.900 junge Menschen unter 25 Jahren, drei Viertel von ihnen verfügen über keinen Berufsabschluss. Die Agentur für Arbeit setzt mit Berufsorientierungspraktika, Einstiegsqualifizierungen und Beratungsangeboten direkt an Schulen an. Ohne Abschluss sinken Einstiegs- und Aufstiegschancen, während Betriebe zugleich qualifizierte Fachkräfte suchen.
🧩 Stellenangebot und Mismatch Beschäftigungsmöglichkeiten sind vorhanden, passen aber nicht immer zur Qualifikation der Bewerber. Im Januar 2026 hielten Unternehmen im Agenturbezirk Bautzen 4.187 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand, besonders in Zeitarbeit, verarbeitendem Gewerbe, technischen Dienstleistungen, Handel sowie Gesundheits- und Sozialwesen. Der Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage bleibt ein zentraler Bremsklotz.
🧭 Konservative Prioritäten für Bewegung Die Oberlausitz erlebt keine Krise, aber einen Warnhinweis: Ein Arbeitsmarkt, der im Februar trotz Fachkräftemangel kaum Tritt fasst, braucht mehr als kurzfristige Aktivprogramme.
- Vorrang für duale Ausbildung und nachholende Qualifizierung, besonders für junge Menschen ohne Abschluss.
- Zielgenaue Vermittlung in vorhandene Bedarfsbranchen statt breit gestreuter Maßnahmen.
- Verlässliche Rahmenbedingungen für ausbildende und investierende Betriebe durch weniger Bürokratie und schnellere Verfahren.
📌 Ausblick So lässt sich saisonale Starre in strukturelle Stärke verwandeln. Ohne konsequente Qualifizierung und passgenaue Vermittlung droht die Region, trotz offener Stellen, in einer Gleichzeitigkeit aus Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel stecken zu bleiben.
🗨️ Kommentar der Redaktion Wer jetzt von neuen Programmen träumt, verkennt das Problem: Es fehlt nicht an Maßnahmen, sondern an Konsequenz. Duale Ausbildung und harte Qualifizierungsziele müssen Vorrang vor Symbolpolitik haben. Vermittlung hat sich an realen Bedarfen zu orientieren, nicht an wohlklingenden Projekten. Bürokratieabbau und zügige Verfahren sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für Betriebe, die ausbilden und investieren. Nur mit Klarheit, Disziplin und Verantwortung lässt sich die Winterruhe beenden.
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