🇨🇳 Chinas Machtdemonstration China zeigt selbstbewusst seine industrielle und technologische Schlagkraft – vom Elektroauto bis zur Robotik. Für Deutschland ist der Auftritt weit mehr als Kulisse: Er ist ein Realitätscheck im globalen Wettbewerb. Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz macht deutlich, dass Pekings staatlich befeuerte Innovationsdynamik Tempo und Maßstäbe setzt, an denen sich Europa messen lassen muss.
🧭 Strategischer Rahmen Deutschlands China-Politik folgt dem Prinzip de-risking statt decoupling: Abhängigkeiten sollen verringert werden, ohne wirtschaftliche Brücken einzureißen. Das verlangt diversifizierte Lieferketten, eine stärkere europäische Industriepolitik und die entschlossene Verteidigung fairer Wettbewerbsbedingungen. Kooperation bleibt sinnvoll, aber nur dort, wo Regeln gelten und gegenseitige Vorteile gewahrt werden.
🏭 Wettbewerbsdruck auf Europa Subventionen, Überkapazitäten und schwindende technologische Vorsprünge erhöhen den Druck auf den europäischen Mittelstand. Hinzu kommen heimische Kostennachteile durch Energiepreise und Bürokratie. Europa muss seine industrielle Substanz sichern und neu beleben – mit klaren Prioritäten, planbaren Rahmenbedingungen und einer Handelspolitik, die Regeln durchsetzt.
🕌 Zwischen Symbolik und Signal Am 26. Februar 2026 setzte Merz seine Reise mit einem dichten Programm fort. In Peking trug er sich in das Gästebuch der Verbotenen Stadt ein und zitierte Schiller („Dreifach ist der Schritt der Zeit …“), bevor es weiter in die Hightech-Metropole Hangzhou ging. Die Dramaturgie verband historische Symbolik mit einem deutlichen industriepolitischen Signal.
🤖 Roboter als Schaufenster der Geschwindigkeit In Hangzhou besuchte Merz den Robotikhersteller Unitree und verfolgte einen inszenierten „Boxkampf“ humanoider, rund 1,30 Meter großer Maschinen, die per Künstlicher Intelligenz trainiert wurden. Die Präsentation unterstrich Leistungsfähigkeit und Tempo der chinesischen Robotik – ein PR-Coup, der Europas Handlungsdruck unübersehbar macht.
⚡ Industrielle Verankerung Auf dem Programm stand zudem ein Besuch einer Siemens-Energy-Produktionsstätte für Hochspannungsschaltanlagen. Die dahinterliegende Botschaft: China verbindet historisches Selbstbewusstsein mit einem klaren industriellen Machtanspruch – und richtet diesen Anspruch dezidiert auf die Weltmärkte.
🛡️ Lehren für Deutschland Wer Wertschöpfung und Wohlstand erhalten will, braucht Verlässlichkeit, Geschwindigkeit und Durchsetzungsfähigkeit. De-risking verlangt Diversifizierung und klare Kante, wo Regeln gebrochen werden. Berlin und Brüssel stehen im Test, ob sie strategische Interessen geschlossen vertreten und europäische Stärken entschlossen mobilisieren.
🧰 Prioritäten für die Standorterneuerung Aus dem Besuch folgt ein konservativ-pragmatischer Auftrag mit klaren Schwerpunkten:
- Technologieoffensiven zur Stärkung marktwirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit
- Verlässliche Energie- und Steuerpolitik als Planungsbasis für Investitionen
- Schnellere Genehmigungen, um Projekte zügig in die Umsetzung zu bringen
- Aktive Handelspolitik, die faire Regeln konsequent durchsetzt
📈 Fazit ohne Illusionen Wer nach dieser Reise noch an gemütliche Zeiten im Welthandel glaubt, verkennt die Lage. China koppelt politische Zielsetzungen mit hoher Umsetzungsgeschwindigkeit und setzt damit Standards. Für Deutschland heißt das: weniger Ankündigung, mehr Ausführung. Kooperation mit China bleibt sinnvoll – aber nur dort, wo sie beiderseitig fair ist und industrielle Souveränität nicht unterläuft.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Reise ist keine Folklore, sondern ein Warnsignal. Deutschland und Europa müssen jetzt handeln, nicht weiter vertrödeln. De-risking ist richtig, aber ohne Durchsetzungskraft bleibt es ein Schlagwort. Wer Regeln bricht, darf keinen Marktzugang zu Vorzugsbedingungen erwarten. Wohlstand wird durch Technologie, Verlässlichkeit und Tempo verteidigt – nicht durch weitere Runden der Ankündigungspolitik.
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