📰 Einleitung Görlitz steht vor einem verkehrspolitischen Schritt von symbolischer und praktischer Bedeutung: Der Anschluss des Bahnhofs an das polnische Oberleitungsnetz rückt näher. Nach aktuellem Stand vom 26. Februar 2026 peilt die Deutsche Bahn den Fahrplanwechsel im Dezember 2026 für die ersten elektrisch betriebenen Züge aus Polen nach Görlitz an. Seit dem Herbst laufen Arbeiten an zwei Außenbahnsteigen, zusätzlichen Weichen und drei Brücken; der unmittelbare Abschnitt zwischen Neißeviadukt und Bahnhof misst gut 700 Meter.
🧭 Hintergrund Der technische Lückenschluss betrifft eine kurze, aber entscheidende Distanz. Während die polnische Seite bis an die Grenze elektrifiziert hat, fehlte auf deutscher Seite bislang die Oberleitung bis in den Bahnhof hinein. Mit dem Projekt wird die grenzüberschreitende Infrastruktur erstmals so ertüchtigt, dass durchgehend elektrisch gefahren werden kann.
🏗️ Bauumfang am Bahnhof Im Bahnhof wird die Infrastruktur gezielt angepasst. Nach bisherigem Planungsstand werden die Gleise 3 und 4 reaktiviert und mit Oberleitung ausgerüstet; der zugehörige Bahnsteig wird modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Ergänzend laufen Weichenarbeiten sowie die Erneuerung von drei Brücken auf dem kurzen Zulauf.
⚡ Technische Umsetzung Die Einspeisung erfolgt im polnischen Bahnstromsystem mit 3 Kilovolt Gleichspannung. Dadurch können elektrische Züge aus Polen ohne Lokwechsel in den Bahnhof Görlitz einfahren. Der unmittelbare Abschnitt vom Neißeviadukt bis zum Bahnhof wird hierfür mit Oberleitung versehen.
⏱️ Zeitplan Die Aufnahme des elektrischen Betriebs zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 ist möglich, vorbehaltlich planmäßiger Baufortschritte und bahnseitiger Abnahmen. Der Zeitplan gilt als ambitioniert, jedoch realistisch, wenn keine Verzögerungen eintreten.
🧩 Korridor-Perspektive Der Schritt markiert die erste Ausbaustufe auf dem geplanten Korridor Görlitz–Weißwasser–Cottbus, der perspektivisch zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden soll. Für den knapp 100 Kilometer langen Abschnitt Görlitz–Cottbus will die Bahn 2026 mit den Vorplanungen beginnen.
🚉 Regionale Bedeutung Kurzfristig verspricht der Anschluss bessere und stabilere Verbindungen über die Neiße. Mittelfristig gibt er Rückenwind für den Ausbau der Relation nach Cottbus und weiter in Richtung Berlin.
⚠️ Voraussetzungen Entscheidend ist, dass die Brückenerneuerungen, die Weichenarbeiten und die notwendigen Abnahmen ohne Verzögerungen verlaufen. Werden die angekündigten Bau- und Planungsschritte 2026 konsequent umgesetzt, kann der grenzüberschreitende elektrische Betrieb zum Dezember 2026 Realität werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Ein kleiner Lückenschluss, der längst fällig ist: Genau solche pragmatischen Vorhaben brauchen jetzt Disziplin statt Debatten. Der Termin Dezember 2026 ist zu halten – bei 700 Metern, drei Brücken und zusätzlichen Weichen darf es keine Ausreden geben. Vorplanungen für Görlitz–Cottbus müssen 2026 verbindlich starten und zügig in belastbare Entscheidungen münden. Die Region braucht Verlässlichkeit über die Neiße hinaus; die Perspektive Richtung Berlin darf keine Vertröstung bleiben. An diesem Projekt zeigt sich, ob Anspruch und Umsetzung endlich zusammenfinden.
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