📉 Rückgang der Übernachtungen in Zittau: Konjunkturflaute dämpft Reiselust

📉 Rückgang in Zittau setzt Zeichen Zittau verzeichnete im vergangenen Jahr einen spürbaren Rückgang bei den Gästeübernachtungen. Nach Angaben des Tourismusverbandes Oberlausitz gingen die Nächtigungen in der Stadt um nahezu fünfeinhalb Prozent zurück – eine Entwicklung, die in der Region breiter zu beobachten ist und von Branchenvertretern vor allem mit der schwachen gesamtwirtschaftlichen Lage begründet wird. Der Befund stammt aus einem am 26. Februar 2026 aktualisierten Bericht, der die Entwicklung des Jahres 2025 bilanziert.

🗺️ Region im Vergleich Die Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild in der Oberlausitz: Im Landkreis Bautzen sanken die Übernachtungen insgesamt um 3,3 Prozent auf rund 163.600, in Jonsdorf fiel das Minus mit über sechs Prozent deutlicher aus. Herrnhut meldete hingegen ein Plus von fast zwölf Prozent auf über 14.000 Übernachtungen – befeuert durch die Verleihung des UNESCO‑Welterbetitels im Juli 2024. Die Spannbreite auf kurzer Distanz zeigt, wie stark einzelne Auslöser die Nachfrage steuern können.

🎯 Lehren für Zittau Für Zittau ist der Befund doppelt lehrreich: Erstens schlägt Konsumzurückhaltung in wirtschaftlich unsicheren Zeiten unmittelbar auf Freizeit- und Kurzreisemärkte durch. Zweitens demonstriert der positive Ausreißer Herrnhut, wie ein klarer Anlass und eine starke Erzählung zusätzliche Strahlkraft entfalten können. Der stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbandes Oberlausitz, Stephan Meyer, verweist ausdrücklich auf die „allgemein schlechte wirtschaftliche Lage“ als zentralen Grund; für Städte ohne frischen Anlass oder herausgehobenes Alleinstellungsmerkmal wird es in einem solchen Umfeld schwieriger, Reisende zu mobilisieren.

🧱 Stärken bündeln statt Strohfeuer In Phasen knapper Haushalte entscheidet die solide Grundaufstellung. Zittau verfügt mit historischer Bausubstanz, der landschaftlichen Lage zwischen Zittauer Gebirge und Dreiländereck sowie Kulturangeboten über Substanz – diese muss jedoch stringenter gebündelt, profiliert und vertrieblich ausgereizt werden. Dazu zählen:

  • Klare Schwerpunktsetzung im Stadtmarketing
  • Saisonübergreifende Programmangebote mit Wiedererkennungswert
  • Konsequente digitale Auffindbarkeit und Buchbarkeit
  • Partnerschaftliche Arrangements in der Region, um Aufenthalte zu verlängern und Auslastungsschwankungen zu glätten

📌 Mahnung und Auftrag Die aktuellen Zahlen sind Mahnung und Auftrag zugleich. Ohne robuste Wertangebote und präzise Positionierung droht in einer konjunkturell schwachen Lage der Negativtrend anzuhalten. Zittau sollte die Hinweise aus der Region ernst nehmen und die eigene Profilbildung beschleunigen – nicht mit hektischem Aktionismus, sondern mit nüchternen Prioritäten: Qualität vor Quantität, verlässliche Angebote statt kurzlebiger Kampagnen, regionale Kooperation statt Insellösungen. Die Daten liefern den Befund, die Richtung gibt die Realität am Markt vor.

🗨️ Kommentar der Redaktion Wer jetzt auf teure Imagefeuerwerke setzt, verkennt die Lage. Gefragt sind belastbare Angebote, saubere Prozesse und konsequente Vernetzung – nicht das nächste Mottojahr. Zittau hat die Bausteine, doch sie müssen diszipliniert zusammengeführt und verlässlich vermarktet werden. Qualität, Planbarkeit und Sparsamkeit sind in diesem Umfeld kein Stilmittel, sondern Pflicht. Wer das beherzigt, stabilisiert die Basis und schafft Spielräume für gezielte Akzente.

Quelle: Externe Quelle

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