🏠 Leistbares Wohnen wird zur Schlüsselfrage „Wer kann sich das leisten?“ ist im deutschen Wohn- und Bauwesen von der Stammtischfrage zur gesellschaftlichen Leitfrage geworden. Trotz spürbarer Entspannung bei der Inflation bleibt der Weg ins Eigenheim oder in eine bezahlbare Mietwohnung für viele unerreichbar. Offizielle Preisindizes zeigen: Bau- und Immobilienpreise steigen wieder moderat, aber von hohem Niveau aus – und setzen Haushalte wie Bauwirtschaft unter Druck.
🧩 Hintergrund Zinswende und Kostenschub Die Jahre extrem niedriger Zinsen erzeugten einen Nachfrageüberhang, während Flächen knapp und Genehmigungen langwierig blieben. Mit der Zinswende verteuerten sich Finanzierungen dauerhaft. Zugleich treiben höhere Material-, Energie- und Lohnkosten die Baupreise. Das Ergebnis ist eine strukturelle Verknappung: Selbst bei regionalen Unterschieden verteuern die Kosten von Erstellung und Bestand das Wohnen schneller, als Einkommen Schritt halten. Offizielle Preisindizes dokumentieren diese Dynamik seit Jahren.
🛠️ Bauleistungen Kostenanstieg belastet Budgets Der Baupreisindex für Wohngebäude lag im November 2025 um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Kein Preissprung wie in den Spitzenjahren, aber genug, um Budgets bei Neubau, Sanierung und Instandhaltung spürbar zu belasten. Wer heute plant, muss Puffer einkalkulieren – wegen eines breiten Kostensogs entlang der Wertschöpfungskette.
📈 Immobilienpreise Hohes Niveau verfestigt sich Der Häuserpreisindex drehte 2025 wieder nach oben, um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Nach der kurzen Delle in Teilen des Marktes verfestigt sich damit das hohe Preisniveau. In vielen Ballungsräumen bleibt der Einstieg ins Eigentum für Durchschnittsverdiener realitätsfern; im ländlichen Raum mildern zwar niedrigere Quadratmeterpreise die Belastung, doch Finanzierung und Nebenkosten bleiben Hürden.
💶 Haushalte Rechnen am Limit Konservative Beispielrechnungen zeigen die Enge. Bei einem Kaufpreis im mittleren sechsstelligen Bereich und üblichem Eigenkapitalanteil resultieren – abhängig von Zins und Tilgung – Monatsraten, die rasch einen großen Teil des Nettoeinkommens binden. Hinzu kommen Erwerbsnebenkosten und laufende Ausgaben für Energie und Instandhaltung. Ohne großzügiges Eigenkapital, Rücklagen oder familiäre Hilfe wird der Eigentumserwerb zur Ausnahme.
🏗️ Markt Neubau stockt Spaltung wächst Hohe Bau- und Finanzierungskosten dämpfen den Neubau – ein Teufelskreis für Mieter wie Käufer. Bauträger verschieben Projekte, Kommunen ringen mit Planungskapazitäten, während der Zuzug in wirtschaftsstarke Regionen anhält. Ökonomisch entsteht eine Angebotslücke, sozial eine Spaltung zwischen denen, die bereits Wohneigentum besitzen, und jenen, die draußen bleiben.
🎯 Fazit Angebot erhöhen Kostentreiber senken Ein konservativer Realitätscheck fällt nüchtern aus. Deutschland braucht mehr Angebot und weniger Kostentreiber – nicht mehr Symbolpolitik. Prioritär sind schnellere Genehmigungen, verlässliche und einfache Standards statt ständig neuer Auflagen, ein befristeter Abbau bürokratischer Hürden sowie zielgenaue steuerliche Entlastungen, etwa Freibeträge beim erstmaligen Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum oder investitionsfreundliche Abschreibungen im Mietwohnungsbau. Subventionen mit der Gießkanne helfen kurzfristig, heizen aber langfristig die Preise an. Wer das Wohnen wieder leistbar machen will, muss den Markt atmen lassen, private Investitionen anreizen und staatliche Prozesse beschleunigen. Die jüngsten Preisindizes liefern dafür den klaren Handlungsauftrag.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Diagnose ist eindeutig: Der Staat muss Verfahren beschleunigen und sich regulatorisch zurücknehmen. Wer Eigentum bilden will, darf nicht durch Kaufnebenkosten und kleinteilige Auflagen entmutigt werden. Breit gestreute Subventionen sind fiskalisch teuer und ökonomisch kurzsichtig; sie verschieben das Problem, statt es zu lösen. Entscheidend sind verlässliche Regeln, schnelle Genehmigungen und steuerliche Entlastungen, die Investitionen auslösen. Nur so schließt sich die Angebotslücke – alles andere prolongiert die Wohnungsnot.
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