DAS NEUSTE

🏛️ Weniger Besucher, schärfere Prioritäten: Dresdner Kunstsammlungen stellen Kurs neu ein

📉 Rückgang und Kurswechsel

🧮 Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verzeichneten 2025 rund 1,8 Millionen Besuche – ein Minus von etwa 460.000 gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank der Umsatzerlös um 1,4 Millionen Euro auf 12,6 Millionen. Als Hauptgründe nennt der Verbund schwächeren Tourismus und verkürzte Öffnungszeiten infolge von Sparvorgaben. Für 2026 werden durch höhere Ticketpreise wieder steigende Einnahmen erwartet.

🌍 Dresden als Magnet und Abhängigkeit

🧳 Dresden gilt als Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturtouristen, doch selbst renommierte Sammlungen tragen sich nicht von selbst. 2025 kamen rund 40 Prozent der Gäste aus dem Ausland – ein beachtlicher Wert, der die internationale Strahlkraft unterstreicht und zugleich die Abhängigkeit vom Reiseaufkommen verdeutlicht.

🧭 Vergleich und Sensibilität

📊 Zum Vergleich: 2023 registrierten die SKD über 2,1 Millionen Besuche und erreichten damit fast wieder das Vor‑Corona‑Niveau. Vor diesem Hintergrund wiegt der Rückgang 2025 besonders schwer und offenbart die Sensibilität des Verbunds gegenüber konjunkturellen und fiskalischen Rahmenbedingungen.

🛠️ Strategische Neuausrichtung

🗂️ Generaldirektor Bernd Ebert kündigt an, Organisation und Strukturen der SKD gezielt weiterzuentwickeln. Man wolle nicht auf staatliche Zuweisungen warten, sondern aktiv Prioritäten setzen. Das Programm werde kritisch gesichtet, Ausstellungen stärker fokussiert – ohne Abstriche bei der Qualität. Für 2026 ist zudem eine Reihe attraktiver Ausstellungen angekündigt. Eine Steuerung über ein klareres Profil und eine strengere Projektselektion soll die Wirkung einzelner Schauen erhöhen und die wirtschaftliche Basis festigen.

💶 Preise als Hebel – mit Restrisiko

⚖️ Finanziell soll die Trendwende über Preiseffekte gelingen: Nach dem Einnahmerückgang 2025 peilen die SKD durch erhöhte Eintrittspreise wieder Wachstum an. Ob dieser Hebel die aus Sparzwängen resultierenden Angebotskürzungen, etwa bei den Öffnungszeiten, vollständig kompensieren kann, bleibt eine offene betriebswirtschaftliche Wette.

🧩 Kernpunkte der Ausrichtung

  • Schärferes Profil und strengere Projektselektion zur Erhöhung der Wirkung einzelner Schauen
  • Fokussierung des Programms bei unveränderter Qualitätsmaßgabe
  • Preisanpassungen zur Stärkung der Einnahmenseite
  • Ankündigung attraktiver Ausstellungen für 2026

🛡️ Konservativer Kurs gefragt

🏛️ Die SKD stehen an einem Punkt, an dem kulturpolitischer Anspruch und kaufmännische Vernunft enger zusammenrücken müssen. Ein konservativer Kurs mit Konzentration auf Kernbestände, international konkurrenzfähige Spitzenprojekte, verlässliche Öffnungszeiten sowie tarifschonender, aber stringenter Wirtschaftlichkeit ist angezeigt. Höhere Preise allein werden den Besucherrückgang kaum drehen; ausschlaggebend ist ein präzises, planbares Programm mit klarer Prioritätensetzung, das Einheimische wie internationales Publikum überzeugt.

🔭 Ausblick 2026

📅 Der Verbund setzt 2026 auf Einnahmesteigerungen durch Ticketpreiserhöhungen und auf die Zugkraft angekündigter Ausstellungen. Entscheidend wird sein, die Maßnahmen kohärent zu verknüpfen und Verlässlichkeit im Angebot zu sichern, damit die internationale Strahlkraft auch bei schwankendem Reiseaufkommen trägt.

🗨️ Kommentar der Redaktion

🧷 Preiserhöhungen ohne belastbare Angebotsstabilität sind kein solides Rezept. Vorrang haben verlässliche Öffnungszeiten, klare Prioritäten und eine Rückbesinnung auf das, was Dresden weltweit einzigartig macht. Qualität vor Quantität muss die Leitlinie sein, flankiert von nüchterner Kostenkontrolle. Wer Wirtschaftlichkeit ernst meint, verzettelt sich nicht in Nebenprojekten, sondern investiert in wenige, starke Schauen. So sichern die SKD Akzeptanz bei Einheimischen und zahlenkräftigen Gästen gleichermaßen.

Quelle: Externe Quelle

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