đ Saisonauftakt in Sachsen Sonnige, milde Tage bringen die Honigbienen wieder in die Luft. Nach den ersten ReinigungsflĂŒgen beginnen viele Völker mit der Versorgung der heranwachsenden Brut. In MĂŒlsen im Landkreis Zwickau berichtet Imker Peter Gruner, der rund 80 Völker betreut, von reger SammelaktivitĂ€t. Die Saison nimmt damit merklich Fahrt auf.
đŒ FrĂŒhjahrsblĂŒher im Fokus Gesammelt wird derzeit an Winterlingen, Schneeglöckchen, Hasel und Krokussen; mit der SalweidenblĂŒte steht die erste bedeutende Nektarquelle bevor.
đ€ïž Hintergrund und Einordnung Ein Ausflug der Bienen Ende Februar ist kein Ausnahmefall. Die Tiere halten keinen Winterschlaf und verlassen die Beuten, sobald die Temperaturen etwa 10 bis 12 Grad erreichen, in besonders milden Wintern sogar schon im Dezember. FĂŒr die Imkerschaft eröffnet das aktuelle Wetterfenster die Gelegenheit, die Völker zu prĂŒfen und den Ăberwinterungszustand realistisch einzuschĂ€tzen.
đĄïž Brutpflege erfordert WĂ€rme Mit den freundlichen Tagen setzen die Völker vermehrt Brut an. Damit sich die Larven entwickeln können, muss das Brutnest konstant auf etwa 35 Grad gehalten werden. Diese Energieleistung zehren die Bienen aus Futterreserven, die sie im Vorjahr eingetragen oder vom Imker erhalten haben. Dieses Polster federt mögliche KĂ€lterĂŒckfĂ€lle ab.
â±ïž Zeitplan der Entwicklung Vom Ei bis zur schlĂŒpfenden Arbeiterin vergehen rund 21 Tage. Eier, die jetzt gelegt werden, stĂ€rken zu Ostern die Sammeltrupps. Damit wĂ€chst rechtzeitig zum AufblĂŒhen von Obst und anderen Kulturpflanzen die Zahl der BestĂ€uber.
đ§ Blick auf die weitere Saison Der frĂŒhe Aufbruch der Völker ist Ausdruck eines kurzen Witterungsvorteils, aber keine Garantie fĂŒr einen problemlosen Verlauf. Entscheidend bleibt, dass ausreichend VorrĂ€te vorhanden sind und die BestĂ€nde umsichtig gefĂŒhrt werden, um Temperaturschwankungen zu widerstehen. FĂŒr Sachsens Imker ist das aktuelle Wetter ein willkommener Startschuss, um ihre Völker zu sichten und zielgerichtet in die Hauptsaison zu steuern.
đšïž Kommentar der Redaktion Die Freude ĂŒber den frĂŒhen Flug darf nicht zu Leichtsinn verleiten. MaĂstab bleibt die solide Vorratssicherung und eine nĂŒchterne VölkerfĂŒhrung. Wer jetzt sorgfĂ€ltig prĂŒft und steuert, mindert Risiken bei KĂ€lterĂŒckfĂ€llen. Romantik hilft den Bienen nicht, Disziplin schon. FĂŒr Sachsens Imker ist es klug, den Startschuss zu nutzen, ohne ihn zu verklĂ€ren.
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