🏭 150-jähriger Blechverarbeiter MEZ beantragt Insolvenzverfahren – drei Standorte betroffen

📰 Insolvenzantrag und vorläufige Verwaltung: Die MEZ GmbH, ein seit 1875 verwurzelter Blechverarbeiter aus Reutlingen, hat am 24. Februar 2026 beim Amtsgericht Tübingen ein Insolvenzverfahren beantragt. Betroffen sind drei Standorte und knapp 100 Beschäftigte; der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter. Zum vorläufigen Verwalter bestellte das Gericht den Stuttgarter Rechtsanwalt Holger Leichtle (Kanzlei Görg).

🏭 Unternehmensprofil und Standorte: Das Familienunternehmen, das 2025 sein 150-jähriges Jubiläum feierte, fertigt Blechkonstruktionen, Maschinenverkleidungen, Fahrerkabinen und Baugruppen für den Maschinen- und Anlagenbau. Seit 2021 führt Geschäftsführerin Georgia Brielmann die MEZ. Standorte sind Reutlingen-Gönningen (Sitz), Reutlingen-Betzingen und Spraitbach.

📉 Ursachen und Finanzlage: Auslöser sind ein stark eingebrochener Auftragseingang und Umsatzeinbußen seit 2023 infolge verhaltener Investitionen der Kunden. Das Unternehmen spricht von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

👥 Beschäftigte und Absicherung: Laut regionaler Berichterstattung sind 97 Mitarbeitende betroffen, während MEZ selbst von rund 120 spricht. Die Löhne sind über Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Nicht betroffen ist die rechtlich eigenständige MEZ-TECHNIK GmbH.

🔄 Fortführung und Sanierungsziel: Ziel des Verfahrens ist eine Fortführungslösung; Aufträge seien vorhanden. Der Geschäftsbetrieb wird vorerst fortgeführt.

📊 Einordnung: Der Fall MEZ steht exemplarisch für die verhaltene Investitionsneigung und den konjunkturellen Druck im industriellen Mittelstand. Eine tragfähige Sanierungslösung hängt von belastbaren Anschlussaufträgen, strikter Kostendisziplin und einem klaren Bekenntnis der Kunden ab. Politik und Auftraggeber sind gefordert, Planbarkeit zu schaffen – andernfalls droht weiteren Traditionsbetrieben schleichender Substanzverlust.

🗨️ Kommentar der Redaktion: Die Insolvenz von MEZ ist weniger Einzelfall als Warnsignal. Verhaltene Investitionen der Kunden haben die Auftragslage ausgedünnt und zeigen die Verwundbarkeit des industriellen Mittelstands. Jetzt braucht es klare Bekenntnisse der Auftraggeber und strikte Kostendisziplin, sonst bleibt jede Sanierung Makulatur. Die Politik steht in der Pflicht, verlässliche Rahmenbedingungen und Planbarkeit zu sichern. Wer jetzt zaudert, riskiert weiteren Substanzverlust bei Traditionsbetrieben.

Quelle: Externe Quelle

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