DAS NEUSTE

🇵🇱 Deutschlands Osthandel: Polen im Aufwind, Ungarn als Risiko

📈 Trendwende im Ostgeschäft

🌍 Die deutsche Exportwirtschaft legt in Mittel-, Osteuropa und Zentralasien wieder an Tempo zu. Der Handel mit den 29 Zielländern erreichte 2025 gut 550 Milliarden Euro und wuchs damit stärker als der deutsche Außenhandel insgesamt. Unternehmen melden zugleich steigende Investitionspläne in der Region. Während Polen an Bedeutung gewinnt, schrecken in Ungarn wachsende staatliche Eingriffe und Unsicherheiten Investoren ab.

🧾 Datenlage und Kontext

📊 Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft stützt seine Einschätzung auf aktuelle amtliche Zahlen und eine Verbandsumfrage. Auffällig ist die Entkopplung von den bisherigen Hoffnungsmärkten im Osten: Russland und Belarus bremsen wegen Sanktionen den Osthandel spürbar, während andere Länder Marktanteile gewinnen. Zugleich wird gefordert, staatliche und europäische Hilfen so auszurichten, dass europäische Anbieter bei Ausschreibungen nicht ins Hintertreffen geraten.

🇵🇱 Polen als Wachstumsmotor

🚀 Polen hat sich als viertgrößter Absatzmarkt Deutschlands vor Italien und China etabliert. Die deutschen Ausfuhren nach Polen übertrafen die Lieferungen nach China 2025 um nahezu 19 Milliarden Euro. Das signalisiert einen Strukturwechsel mit Auswirkungen auf Lieferketten, Zuliefernetzwerke und Standortentscheidungen. Auch die Exporte in weitere EU-Partner der Region, darunter Tschechien, legten deutlich zu.

  • Lieferketten neu justieren
  • Zuliefernetzwerke vertiefen
  • Standortentscheidungen europäisch priorisieren

🇭🇺 Ungarn verliert an Strahlkraft

⚠️ In Ungarn gilt die Investitionssicherheit in strategischen Sektoren als beeinträchtigt. Betroffen sind insbesondere Telekommunikation, Banken, Einzelhandel und Baustoffe. Entsprechend sanken die deutschen Exporte dorthin 2025 um rund 1,6 Milliarden Euro beziehungsweise 5 Prozent. Eine Politik, die nationale Champions protegiert, drängt ausländische Anbieter zurück. Die deutsche Wirtschaft setzt auf eine Rückkehr zu verlässlichen europäischen Spielregeln.

  • Telekommunikation
  • Banken
  • Einzelhandel
  • Baustoffe

🏭 Unternehmen blicken zuversichtlich

📈 In einer mit KPMG erhobenen Befragung erwarten 63 Prozent der Firmen in den nächsten fünf Jahren einen steigenden Umsatzanteil aus der Region. 41 Prozent planen binnen zwölf Monaten Investitionen, 39 Prozent sehen Mittel- und Osteuropa als einen ihrer wichtigsten Beschaffungsstandorte. Zugleich schließen 70 Prozent eine kurzfristige Produktionsverlagerung aus Deutschland aus, nur vier Prozent verfolgen konkrete Pläne. Der Wettbewerbsdruck aus China und den USA nimmt in der Region spürbar zu.

  • 63 Prozent erwarten steigende Umsatzanteile
  • 41 Prozent planen Investitionen binnen zwölf Monaten
  • 39 Prozent zählen die Region zu den wichtigsten Beschaffungsstandorten
  • 70 Prozent schließen kurzfristige Verlagerungen aus, 4 Prozent mit konkreten Plänen

🇺🇦 Ukraine zwischen Hoffnung und Hürden

🕊️ Die Ukraine bleibt ein Hoffnungsträger, doch Korruptionsdebatten und intransparente Ausschreibungen bremsen die Euphorie. Seit Kriegsbeginn hat der Bund rund 50 Investitionsgarantien für Vorhaben deutscher Firmen übernommen. Zudem wird gefordert, EU- und Bundesmittel so zu lenken, dass europäische Anbieter konsequenter berücksichtigt werden.

🧭 Politische Weichenstellungen gefragt

🏛️ Realpolitik statt Wunschdenken: Für Deutschlands Industrie lohnt die Fokussierung auf verlässliche Partner in der EU-Nachbarschaft, derzeit vor allem Polen. In Ungarn bleiben planwirtschaftliche Tendenzen und Rechtsunsicherheiten ein Standortrisiko. Berlin und Brüssel sollten Rahmenbedingungen festigen, Ausschreibungen fair öffnen und so die industrielle Basis Europas stärken. Zugleich gilt es, den schärferen Wettbewerb aus China und den USA im Blick zu behalten. Osteuropa bietet Chancen, vorausgesetzt, der Kurs bleibt regelgebunden und marktwirtschaftlich.

🗨️ Kommentar der Redaktion

⚖️ Wer Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern will, setzt auf Berechenbarkeit und findet sie derzeit eher in Warschau als in Budapest. Polen wächst in die Rolle eines tragenden EU-Partners, der Lieferketten stabilisiert und Investitionen anzieht, das verdient politische Flankierung. Ungarns Kurs, nationale Champions zu privilegieren, steht im Widerspruch zu fairen europäischen Spielregeln und sollte sich in Förder- und Vergabepraxis widerspiegeln. EU und Bund müssen Mittel so lenken, dass europäische Anbieter im Wettbewerb mit China und den USA nicht benachteiligt werden. Die Lehre lautet: Erst Rechtssicherheit und Marktregeln, dann Investitionen – nur so bleibt Europas industrielle Basis widerstandsfähig.

Quelle: Externe Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.