🏢 BASF veräußert Großteil der Werkswohnungen Der Chemiekonzern BASF will einen Großteil seiner Werkswohnungen veräußern: Insgesamt 4.400 Einheiten sollen verkauft werden, davon 1.100 einzelne Eigentumswohnungen und 3.300 Wohnungen im Paket. Für den überwiegenden Teil der Objekte ist ein Eigentümerwechsel bis Anfang 2027 vorgesehen. Eine Sozialcharta soll die Rechte der Mieter über gesetzliche Standards hinaus sichern.
🗺️ Regionale Schwerpunkte des Verkaufs Die betroffenen Bestände liegen vor allem in Ludwigshafen; kleinere Teile entfallen unter anderem auf Frankenthal, Limburgerhof, Mannheim und Maxdorf.
📉 Fokus auf Kerngeschäft und Bilanzstärkung Die Entscheidung ist Teil einer stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft der Chemie. BASF verweist auf ein schwieriges Marktumfeld und betont, die Maßnahme diene der Stärkung der Bilanz. Zugleich soll ein Teil des Wohnungsbestands in unmittelbarer Werksnähe, konkret in den Ludwigshafener Stadtteilen Friesenheim und Nord-Hemshof, im Konzern verbleiben. Insgesamt verfügt die Tochter BASF Wohnen + Bauen über rund 6.000 Wohnungen in Ludwigshafen und Umgebung.
🧩 Zweiteiliger Verkaufsprozess Die Veräußerung ist zweigeteilt: 1.100 Eigentumswohnungen werden einzeln verkauft, 3.300 weitere Wohnungen gehen als Gesamtpaket inklusive Gebäude an einen Investor. Den Paketprozess begleitet das Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle, das den Bestand prüft und Gespräche mit Kaufinteressenten führt.
🛡️ Sozialcharta mit erweiterten Mieterrechten Die Sozialcharta sieht unter anderem ein lebenslanges Mietrecht für Personen über 70 Jahre und einen zehnjährigen Schutz vor Eigenbedarfskündigungen vor. Bei den Gebäudepaketen gilt zudem: Der neue Eigentümer darf die Häuser mindestens drei Jahre weder weiterverkaufen noch in Eigentumswohnungen umwandeln; bei späterer Umwandlung soll ebenfalls die Sozialcharta greifen.
📣 Transparenter Informationsprozess Zwischen dem 24. Februar und dem 24. März 2026 bietet BASF täglich offene Sprechstunden im Servicecenter in der Brunckstraße an, von 9:30 bis 10:30 Uhr sowie von 16:15 bis 17:15 Uhr, zusätzlich zur Service-Hotline. Ziel ist ein transparenter Übergang mit möglichst wenig Verunsicherung für die Mieterschaft.
🔎 Einordnung und Ausblick Der geplante Teilverkauf markiert einen bedeutenden Rückzug aus der traditionellen Rolle des Industriekonzerns als Wohnungsanbieter. Die Begründung ist ökonomisch, die Umsetzung sozialpolitisch sensibel. Ob die angekündigte Sozialcharta und die Beibehaltung eines Restbestands nahe des Werks ausreichen, um Mieter wirksam zu schützen und Quartiere stabil zu halten, wird sich erst am Markt erweisen. Entscheidend wird sein, dass BASF und potenzielle Käufer den Schutzmechanismen Substanz verleihen und den Prozess mit Sorgfalt und Transparenz umsetzen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Schritt ist folgerichtig: Ein Industriekonzern muss Kapital diszipliniert dem Kerngeschäft zuordnen. Sozialer Schutz ist richtig, doch er braucht klare Regeln und konsequente Durchsetzung. Die Sozialcharta setzt sinnvolle Leitplanken; an ihrer praktischen Verbindlichkeit wird sich die Seriosität des Prozesses messen lassen. Für Kommunen und Beteiligte gilt: Sachlichkeit wahren, Verfahren sauber halten, Symbolpolitik vermeiden. Eigentum verpflichtet, aber es verdient verlässliche Rahmenbedingungen. Maßstab müssen Vertragstreue, Transparenz und Berechenbarkeit sein.
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