🛡️ Washington erhöht den Druck: Pentagon warnt EU vor „Buy-European“-Klauseln im Rüstungsmarkt

🚨 Washington erhöht den Druck Die US-Regierung verschärft gegenüber Brüssel den Ton: Das Pentagon warnt, Gegenmaßnahmen zu prüfen, falls die EU in der Reform des Beschaffungsrechts verbindliche Buy-European Vorgaben verankert. Im Raum steht die Überprüfung bisher großzügiger Ausnahmen von Buy American, die europäischen Firmen heute Zugang zu Teilen des Pentagon-Markts eröffnen. Der Schritt zielt auf EU-Pläne, die heimische Rüstungsindustrie gezielt zu stärken — ein Kurs, den Washington als protektionistisch und als Risiko für die NATO-Interoperabilität kritisiert. Brisant ist die Drohung, weil Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen will, aber weiterhin stark von US-Systemen abhängig bleibt.

🏛️ Reform der EU-Vergaberichtlinie Brüssel arbeitet an einer Aktualisierung der Richtlinie von 2009 für Verteidigung und sensible Sicherheit; ein Vorschlag der Kommission wird für das dritte Quartal erwartet. Ziel ist, den Anteil europäischer Produkte in den Arsenalen zu erhöhen. Befürworter verweisen auf industriepolitische Notwendigkeiten, Kritiker warnen vor höheren Kosten und Verzögerungen.

🔗 Marktrealität und Abhängigkeiten Bislang stammen laut Berichten fast zwei Drittel der von der EU importierten Waffen aus den USA, darunter Schlüsselplattformen.

  • F-35
  • HIMARS
  • Patriot

💶 Europäische Anreize und Förderlogik Bereits bestehende EU-Programme setzen Anreize zugunsten europäischer Wertschöpfung: Mittel aus dem SAFE-Kreditrahmen in Höhe von 150 Milliarden Euro dürfen nur fließen, wenn mindestens 65 Prozent der Wertschöpfung in Europa anfallen; ähnliche Kriterien gelten für Beschaffungen im Ukraine-Kontext.

🛡️ Begründung der US-Warnung Washington begründet die Warnung mit der Gefahr, Präferenzklauseln könnten nationale Beschaffungen einengen, die Bündnisfähigkeit schwächen und den EU-Verpflichtungen zu tieferer transatlantischer Kooperation widersprechen.

⚙️ In Aussicht gestellte Gegenmaßnahmen Konkret stellt das Pentagon eine Überprüfung pauschaler Buy-American-Ausnahmen sowie Einschränkungen wechselseitiger Beschaffungsabkommen (Reciprocal Defense Procurement Agreements) in Aussicht; 19 von 27 EU-Ländern verfügen über solche Vereinbarungen, die Zugang zu bestimmten US-Vergaben sichern.

🤝 Signal der Unterstützung mit Vorbehalten Zugleich betont Washington, man unterstütze europäische Aufrüstung und eine stärkere industrielle Basis — jedoch ohne ausgrenzende Regeln —, während europäische Konzerne weiterhin vom US-Marktzugang profitieren.

📅 Verfahren und politische Einordnung Berichten zufolge wurde die Warnung in einem bislang unveröffentlichten Schreiben übermittelt; zentrale Passagen wurden öffentlich gemacht und in den Kontext der EU-Reformpläne gestellt. Weitere Schritte werden mit dem im dritten Quartal erwarteten Kommissionsvorschlag konkret.

⚖️ Risiken eines harten Buy-European-Kurses Ein harter Buy-European Kurs mag innenpolitisch attraktiv sein, riskiert jedoch Gegenschritte der USA, verteuert Beschaffungen und erschwert Interoperabilität — zumal viele europäische Fähigkeiten auf US-Technologie beruhen.

🧭 Strategischer Weg nach vorn Europas Wunsch nach größerer rüstungsindustrieller Souveränität kollidiert mit der transatlantischen Marktrealität. Aus konservativer Sicht führt an einem nüchternen Interessenausgleich kein Weg vorbei: Europa muss seine Fertigungskapazitäten zügig ausbauen und Lieferketten diversifizieren, ohne Märkte abzuriegeln; die USA sollten fairen Wettbewerb und planbare Exportregeln zusagen. Nur ein pragmatischer Kompromiss verhindert eine protektionistische Spirale und stärkt zugleich die Abschreckungsfähigkeit des Westens.

🗨️ Kommentar der Redaktion Europa darf sich nicht in symbolischer Industriepolitik verlieren, wenn es um Krieg und Frieden geht. Vorrang müssen Einsatzbereitschaft, Verfügbarkeit und Interoperabilität haben. Brüssel sollte Präferenzklauseln so gestalten, dass Wettbewerb und Tempo erhalten bleiben, statt neue Barrieren zu errichten. Washington wiederum sollte auf Augenmaß setzen und verlässlichen Marktzugang sowie kalkulierbare Exportregeln zusichern, anstatt mit pauschalen Gegenmaßnahmen eine Eskalationsspirale zu riskieren. Ziel beider Seiten muss ein harter, interessengeleiteter Pragmatismus sein, der Fähigkeiten schnell liefert und die Allianz stärkt.

Quelle: Externe Quelle

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