📰 Schularicks Weckruf Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, hat am 20. Februar 2026 in einem dpa-Interview die Babyboomer scharf kritisiert und zügige Strukturreformen gefordert. Die ältere Generation habe „vergessen, Kinder zu bekommen“ und damit den Generationenvertrag im Kollektiv belastet. Gleichzeitig verlangt er Korrekturen bei Rente, Arbeitsmarkt und Kapitalmarktunion.
📉 Demografischer Druck statt Verteilungsdebatte Deutschland ringt seit Jahren mit einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung. Das umlagefinanzierte Rentensystem steht dadurch unter Druck, während der Staat hohe Zuschüsse leisten muss. In konservativer Lesart ist das zentrale Problem weniger eine Verteilungsfrage als mangelnde demografische und ordnungspolitische Vorsorge: Ohne mehr Erwerbsarbeit, effizientere staatliche Strukturen und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen drohen Dauerstagnation und wachsende Verteilungskonflikte zwischen Jung und Alt.
🧓 Morbides Rentensystem Schularick diagnostiziert ein „morbides“ Rentensystem und warnt, die Realität werde Reformen erzwingen. Die Älteren hätten „im Kollektiv“ den Vertrag gebrochen, nun solle die jüngere Generation trotzdem verlässlich zahlen. Sein Befund zielt auf demografische Ehrlichkeit und einen belastbaren Generationenausgleich.
⚙️ Arbeitsmarkt: Mehr Flexibilität Am Arbeitsmarkt plädiert Schularick für mehr Flexibilität. Der Kündigungsschutz für Spitzenverdiener gehört aus seiner Sicht auf den Prüfstand; auch der ‚de facto‘-Bestandsschutz im öffentlichen Dienst müsse hinterfragt werden. Starre Regeln führten dazu, dass Unternehmen Forschung und Entwicklung ins Ausland verlagerten – mit Folgekosten für Wertschöpfung und Wohlstand.
💶 Europa und Kapitalmarkt Europapolitisch fordert Schularick Tempo bei der Kapitalmarktunion und signalisiert Offenheit für grenzüberschreitende Bankfusionen als Praxistest. Sinnbildlich genannt wird die Debatte um Unicredit und Commerzbank. Seine Stoßrichtung lautet: weniger Paternalismus, mehr Verantwortung und funktionsfähige Märkte.
🧭 Konservative Prioritäten Ein konservativer Kurs hieße jetzt, klare Prioritäten zu setzen und Ordnungspolitik praktisch werden zu lassen.
- Beitrags- und Steuerlasten begrenzen
- Fehlanreize abbauen
- Investive Ausgaben stärken
- Kapitalbildung erleichtern
- Arbeit lohnen
🧒 Familie und Generationenvertrag Moralische Schuldzuweisungen ersetzen keine Politik; nötig sind Reformen, die Leistungsbereitschaft schützen, Familiengründung erleichtern und Europa kapitalmarktfähiger machen. Nur so kann der Generationenvertrag wieder tragfähig werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Schularicks Klartext ist überfällig: Ohne harte Strukturreformen drohen Stagnation und schleichende Entwertung des Generationenvertrags. Politik hat jetzt die Pflicht, Besitzstände zu prüfen und Arbeit vor Umverteilung zu stellen. Wer Wohlstand sichern will, begrenzt Lasten, stärkt Investitionen und räumt Fehlanreize konsequent ab. Der Ton mag scharf sein, doch die Richtung stimmt – weniger Paternalismus, mehr Eigenverantwortung und verlässliche Ordnungspolitik. Entscheidend ist nun Konsequenz statt Beruhigungspille.
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