🇨🇿 Besuch in Bautzen Zusage aus Prag Bei einem Besuch in Bautzen am 18. Februar 2026 hat der tschechische Botschafter in Deutschland, Jiřà Čistecký, zusätzliche Unterstützung für die Lausitzer Sorben zugesagt. Prag will aktiv bei der Vermittlung von Lehrkräften helfen, um den Lehrermangel an sorbischen Schulen zu mindern. Domowina-Chef Dawid Statnik wertete das Signal als Ausdruck slawischer Verbundenheit. Zudem wurde eine mögliche stärkere Förderung des Prager Vereins „Freunde der Lausitz“ in Aussicht gestellt.
📚 Hintergrund Sorbischer Unterricht in Sachsen Sorbisch-deutscher Unterricht hat in Sachsen traditionell einen festen Platz. Nach Angaben des Kultusministeriums lernen rund 2.900 Schülerinnen und Schüler in Sachsen Sorbisch; an 16 Schulen wird im Modell „2plus“ bilingual unterrichtet, weitere Grundschulen bieten Sorbisch als Fremdsprache an. Etwa 300 Lehrkräfte arbeiten in diesem Bereich. Seit Jahren ist der Personalmarkt angespannt – qualifizierte Sorbisch-Lehrkräfte sind rar.
🧑‍🏫 Konkrete Hilfe und offene Punkte Die tschechische Seite erklärte in Bautzen ihre Bereitschaft, bei der Gewinnung geeigneter Lehrkräfte mitzuwirken. Ziel ist es, offene Stellen an sorbischen Einrichtungen leichter zu besetzen und damit Unterrichtsausfälle in zentralen Fächern zu reduzieren. Konkrete Umsetzungsdetails – etwa zur Anerkennung von Abschlüssen, zur Sprachqualifikation oder zu flankierenden Qualifizierungsmaßnahmen – wurden vor Ort nicht genannt und dürften nun zwischen den zuständigen Stellen zu klären sein.
🤝 Kulturelle Brücke Freunde der Lausitz Im Gespräch war darüber hinaus die Arbeit des Vereins „Freunde der Lausitz“ in Prag, der als Brücke zwischen beiden Gesellschaften gilt. Die tschechische Delegation will prüfen, inwieweit eine stärkere materielle Förderung möglich ist – ein Hinweis darauf, dass es neben der akuten Personallage auch um nachhaltige Strukturen der Kultur- und Bildungszusammenarbeit geht.
🎯 Bedarf an sorbischen Schulen Externe Unterstützung könnte dort ansetzen, wo der Bedarf am größten ist. Im Fokus stehen muttersprachlich und fachlich qualifizierte Lehrkräfte für den zweisprachigen Unterricht sowie Übergangsprogramme, die neu gewonnene Pädagogen sprachlich und didaktisch zügig in den Schulalltag integrieren. Die Größenordnung des sorbischen Bildungsbereichs – mehrere tausend Lernende und hunderte Lehrkräfte – zeigt zugleich, dass punktuelle Maßnahmen allein nicht reichen werden.
- Muttersprachlich und fachlich qualifizierte Lehrkräfte für den zweisprachigen Unterricht
- Übergangsprogramme zur schnellen sprachlichen und didaktischen Integration neuer Pädagogen
🧠Maßstäbe für den Erfolg Die Ankündigung aus Prag ist ein wichtiges politisches Signal und eröffnet praktische Chancen, den Lehrkräftemangel zielgerichtet zu entschärfen. Maßstab für den Erfolg wird jedoch die operative Umsetzung sein:
- Schnelle und verlässliche Anerkennungsverfahren für Abschlüsse
- Klare Sprach- und Qualitätsstandards
- Verlässliche Finanzierung
- Enge Abstimmung mit sächsischen Behörden und der Domowina
🔎 Ausblick Erst wenn diese Stellschrauben greifen, kann aus guter Nachbarschaftshilfe eine tragfähige Bildungskooperation werden. Die nächsten Schritte liegen in der zügigen Klärung der Verfahren und Zuständigkeiten, damit offene Stellen rasch besetzt und Unterrichtsausfälle reduziert werden können.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Zusage aus Prag ist zu begrüßen, doch entscheidend sind messbare Ergebnisse, nicht freundliche Gesten. Qualität muss vor Geschwindigkeit gehen, gerade bei Sprachkompetenz und fachlicher Eignung. Finanzielle Zusagen brauchen klare Prioritäten und Transparenz, sonst werden Erwartungen geweckt, die niemand erfüllen kann. Ohne verbindliche Standards und konsequente Verfahren drohen Kompromisse zulasten der Schüler. Wer jetzt sauber plant und diszipliniert umsetzt, macht aus Symbolik verlässliche Bildung.
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