📈 Stiftungsboom im Freistaat Im Freistaat Sachsen sind derzeit 688 Stiftungen registriert; allein 2025 kamen 18 Neugründungen hinzu. Am Donnerstag, 19. Februar 2026, erhielt die von Unternehmer Fritz Albert Straub initiierte Areopag-Stiftung ihre Anerkennungsurkunde – ein deutliches Signal in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte.
🏺 Neue Areopag-Stiftung anerkannt Die Areopag-Stiftung soll vor allem Kunst, Kultur und den Erhalt des kulturellen Erbes fördern. Mit der Anerkennung setzt sie einen Akzent für privates Mäzenatentum in einer Phase, in der staatliche Spielräume enger werden.
👤 Der Stifter Fritz Albert Straub Straub, ursprünglich aus Saarbrücken und früher in der Pharmabranche tätig, übernahm 1992 die traditionsreichen Deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden. Das 1898 gegründete Unternehmen prägte mit hochwertigen Ausbauten unter anderem renommierte Kultur- und Regierungsbauten und ist heute für exklusive Innenausstattungen – etwa im Yachtbau – bekannt. 2025 gab Straub die Mehrheit seiner Anteile an die französische Gruppe Ateliers De France ab. Der 83-Jährige begründet sein Stifterengagement mit dem Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.
🎯 Ziele und Name der Stiftung Benannt nach der antiken Stätte in Athen, verbindet die Areopag-Stiftung kulturelles Engagement mit einem breiteren gesellschaftlichen Anspruch.
- Förderung von Kunst, Kultur und des kulturellen Erbes
- Stärkung der Demokratie
- Unterstützung von Erziehung und Bildung
- Förderung von Toleranz und Völkerverständigung
🤝 Rückenwind aus der Staatsregierung Landesentwicklungsministerin Regina Kraushaar würdigte das Mäzenatentum als starkes Zeichen in einer Phase des Wandels. Béla Bélafi, Präsident der Landesdirektion Sachsen, hob den Beitrag der Stiftungen zum Gemeinwohl hervor und regte einen Stiftungstag an, um das meist im Verborgenen wirkende Engagement sichtbarer zu machen.
🕰️ Lange Tradition in Sachsen Der Freistaat blickt auf eine lange Stiftungstradition. Die älteste noch bestehende Einrichtung, die Kurfürst Moritz fromme Stiftung zu Glashütte, datiert auf das Jahr 1543 und engagiert sich bis heute für frühkindliche Bildung.
📌 Einordnung und Ausblick Der Zuwachs an Stiftungen unterstreicht die anhaltende Bereitschaft privater Akteure, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das ist zu begrüßen, ersetzt staatliche Aufgaben aber nicht. Entscheidend ist, dass neue Stiftungen strategisch wirken, transparent geführt werden und ihre Zwecke dauerhaft finanzieren können. Gelingt dies, stärkt das wachsende Stiftungswesen in Sachsen kulturelle Substanz, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Bildung – genau dort, wo der Staat Impulse allein nicht zu setzen vermag.
🗨️ Kommentar der Redaktion Private Stiftungen sind kein modisches Beiwerk, sondern Ausdruck bürgerlicher Verantwortung. Der Staat sollte diese Initiative nicht misstrauisch beäugen, sondern verlässlich rahmen – ohne sie als Ersatzhaushalt zu missbrauchen. Transparenz, klare Zwecke und solide Finanzierung sind Mindeststandard, keine Option. Ein Stiftungstag mag Sichtbarkeit schaffen; am Ende zählt messbare Wirkung vor wohlklingenden Ankündigungen. Mäzene wie Fritz Albert Straub setzen das richtige Signal: Substanz vor Symbolik, Kulturpflege vor Kurzfristigkeit.
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