📰 Einordnung des Interviews In einem Interview mit dem US-Sender Fox News hat US‑Vizepräsident JD Vance Europas Regierungen scharf kritisiert. Das Problem sei nicht mangelnder Respekt Washingtons gegenüber den Verbündeten, sondern die Tatsache, dass Europa sich vielfach selbst sabotiere. Zugleich betonte Vance, die USA wollten ein starkes, wirtschaftlich erfolgreiches Europa. Die Aussagen wurden am 18. Februar 2026 von Agenturen aufgegriffen.
🧭 Politischer Hintergrund Die Trump‑Regierung drängt seit Jahren auf mehr Eigenleistung der Europäer bei Sicherheit und Grenzschutz. Vance verweist darauf, dass es ohne politischen Druck aus Washington kaum Fortschritte gegeben hätte. Zwar hätten etliche NATO‑Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöht und Maßnahmen an den Außengrenzen verstärkt, aus Sicht der US‑Regierung reicht das aber nicht aus.
🎯 Doppelte Botschaft Vance verbindet Anerkennung und Anspruch: Er würdigt die Bedeutung Europas, verknüpft dies aber mit der klaren Erwartung, dass der Kontinent seine Handlungsfähigkeit stärkt. Ziel sei es, die Partner „zu echten Verbündeten im Wortsinn“ zu machen – also zu verlässlichen Trägern gemeinsamer Sicherheit, Ordnung und wirtschaftlicher Stärke. Wertschätzung und Zumutung gehen in seiner Argumentation Hand in Hand.
🧱 Konkrete Erwartungen Im Mittelpunkt stehen drei Felder: verlässliche Verteidigungsbeiträge, robuste Grenzregime und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. In dieser Trias sieht Vance die Voraussetzung dafür, dass Europa eigenständig agiert und das Bündnis auf Augenhöhe trägt. Ohne spürbare Verbesserungen in allen drei Bereichen bleibe die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit aus US‑Sicht bestehen.
📈 Fortschritte und Forderungen „Wir haben große Fortschritte erzielt, aber offen gestanden wünschen wir uns von unseren europäischen Verbündeten deutlich mehr“, sagte Vance. Der Tenor: Teilerfolge werden registriert, genügen aber nicht. Aus Washingtons Perspektive muss Europa die Dynamik verstetigen und vertiefen – sicherheitspolitisch, an den Außengrenzen und wirtschaftlich.
🌐 Ursache der Spannungen Vances Kernthese lautet, nicht eine amerikanische Abwendung, sondern europäische Selbstschwächung belaste das transatlantische Verhältnis. Damit verlegt er die Verantwortung für Reibungen auf strukturelle Defizite innerhalb Europas. Die Botschaft ist unmissverständlich: Erst gestärkte Eigenleistung macht Partnerschaft belastbar.
🔭 Fazit und Ausblick Der Ton ist klar und klassisch transatlantisch ausgerichtet: Europa soll mehr für Sicherheit, Ordnung und Wettbewerbsfähigkeit tun. Unabhängig davon, ob man Vances Schärfe teilt, zielt seine Kritik auf strukturelle Schwächen, die den europäischen Handlungsspielraum begrenzen. Wer im globalen Wettbewerb bestehen will, braucht belastbare Verteidigung, kontrollierte Grenzen und verlässliche Rahmenbedingungen für Wachstum. Washington wird darauf weiter drängen – und europäische Regierungen müssen darauf überzeugende Antworten geben.
🗨️ Kommentar der Redaktion Vances Mahnung ist überfällig: Bündnisse tragen nur, wenn jeder seinen Teil leistet. Europa muss den Realitätstest bestehen – mit harter Abschreckung, kontrollierten Grenzen und einer Wirtschaftspolitik, die Leistungsfähigkeit statt Ausreden belohnt. Wer Eigenverantwortung scheut, gefährdet nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die Verlässlichkeit des Bündnisses. Washingtons Erwartung ist legitim, die Schonfrist vorbei. Führung zeigt sich jetzt in Taten, nicht in Erklärungen.
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