📉 Lage der Speicher Deutschlands Gasspeicher sind nach einem raschen Rückgang seit Anfang Februar nur noch zu 22,99 Prozent gefüllt; vor zwei Wochen lag der Wert noch knapp bei 32 Prozent. Die Heizsaison läuft voraussichtlich bis Anfang April, die Spielräume schrumpfen. Das wirft die Frage auf, warum die Bundesregierung trotz sinkender Reserven weiter auf Marktkräfte setzt.
🏛️ Kurskorrekturen der Regierung Energiepolitisch hat die Regierung Merz seit 2025 deutliche Pfadkorrekturen vorgenommen: Die gesetzliche 90-Prozent-Vorgabe zum 1. November wurde im Frühjahr 2025 gestrichen. Zum 1. Januar 2026 entfiel zudem die Gasspeicher-Sicherheitsumlage – mit der Begründung, zusätzliche Staatskäufe verteuerten am Ende Verbraucher und Unternehmen. Beides erhöht die Abhängigkeit von Preissignalen und dem Timing privater Händler.
📊 Marktargumente und Preissignale Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bekräftigte jüngst im Wirtschaftsausschuss, die Vorsorge liege bei den Händlern; die Versorgung in diesem Winter sei gesichert. Rund 60 Prozent der Speicherkapazitäten seien bereits vermarktet, parallel sanken die Großhandelspreise seit Ende Januar von rund 40 auf etwa 30 Euro je Megawattstunde – Argumente für Zurückhaltung staatlicher Eingriffe.
🛡️ Ruf nach strategischer Reserve Gleichwohl mehren sich Rufe nach einer Gasreserve nach österreichischem Vorbild. EWE-Chef Stefan Dohler warnt vor unzureichenden Anreizen zum Einspeichern; aus der Union fordert Andreas Lenz eine zügige Prüfung, die Grünen verlangen einen Plan B, während die SPD gegen neue fossile Pfadabhängigkeiten mahnt.
🏭 Industrie blickt mit Sorge auf 2026 Die Industrie blickt derweil nervös auf 2026. Der DIHK rechnet nur noch mit etwa 1 Prozent Wachstum.
🧭 Leitplanken gefordert Konservative Energiepolitik setzt auf klare Regeln, verlässliche Märkte und Vorsorge. Genau hier ist Tempo gefragt: Die Regierung sollte bis zum Beginn der Einspeisesaison im April verbindliche Leitplanken vorlegen – inklusive Kriterien für eine befristete strategische Reserve, klarer Zielpfade für Füllstände und transparenter Kostenmechanismen.
🔎 Balance zwischen Vorsicht und Vertrauen Wer Versorgungssicherheit, Standortvertrauen und tragfähige Preise zugleich will, darf das Risiko niedriger Speicherstände weder dramatisieren noch ignorieren. Gefordert ist eine belastbare Strategie mit Entscheidungsmarken vor Sommerbeginn.
🗨️ Kommentar der Redaktion Märkte leisten ihren Dienst nur, wenn die Politik klare, vorausschauende Rahmen setzt. Die Regierung muss bis April verbindliche Leitplanken beschließen und eine befristete strategische Reserve als Versicherung prüfen – ohne aktionistische Dauereingriffe. Händler tragen die operative Vorsorge, der Staat definiert Ziele, Kostenmechanismen und Auslösekriterien. Wer Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Preise will, braucht Ordnung, Disziplin und Verlässlichkeit statt Schlagwortdebatten. Jetzt zählt Führung: Entscheidungen vor Sommerbeginn sind unerlässlich.
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