🛰️ Ergebnis der Simulation Bei einer NATO-Großübung in Estland haben ukrainische Drohnenpiloten innerhalb weniger Stunden ganze Gefechtsverbände der Allianz in der Übungslage ausgeschaltet. Ein rund zehnköpfiges Team „mock-destroyed“ dabei 17 gepanzerte Fahrzeuge und führte etwa 30 weitere Angriffe aus; nach Übungslogik galten insgesamt zwei Bataillone als kampfunfähig. Die Auswertung zeigt, dass kleine, vernetzte Drohneneinheiten konventionelle Truppen empfindlich treffen können, wenn Tarnung, Disziplin und Abwehr nicht nahtlos ineinandergreifen.
🌍 Rahmen der Übung Das Manöver „Hedgehog 2025“ fand im Mai 2025 in Estland statt. Beteiligt waren laut NATO-Angaben mehr als 16.000 Soldaten aus zwölf Mitgliedstaaten, darunter auch Einheiten aus Großbritannien, Deutschland und den USA. Geübt wurde der Einsatz in einem umkämpften und überfüllten Luftraum, um Verbände bewusst unter Stress zu setzen und Führungsabläufe zu verdichten. Ukrainische Spezialisten brachten Fronterfahrung und moderne Verfahren in die Übung ein.
📡 Vernetzter Ansatz Entscheidend war die enge Kopplung von Aufklärung, Wirkung und Führung. Die ukrainischen Kräfte setzten über 30 Drohnen auf engem Raum ein und banden das digitale Gefechtsführungssystem „Delta“ ein, das Echtzeitdaten bündelt und auswertet sowie Zielzuweisung und Angriffe koordiniert. Die „Kill Chain“ verkürzte sich dadurch auf Minuten.
🪖 Defizite bei Tarnung Beteiligte berichteten, NATO-Kräfte hätten teils mangelnde Tarnung gezeigt, Zelte und Fahrzeuge offen geparkt. Im Szenario wurden diese Ziele daraufhin systematisch erfasst und „zerstört“. In Summe meldeten die Übungsschiedsrichter 17 „vernichtete“ Panzer- und Schützenfahrzeuge sowie rund 30 weitere Treffer; ein Kommandeur soll das Ergebnis der NATO-Seite derb zusammengefasst haben. Offiziell betonte das Bündnis im Nachgang die gelungene Integration von Teilstreitkräften – die harte Lektion der Drohnendichte bleibt dennoch.
🛡️ Weckruf für den Schutz Die Ergebnisse sind kein Grund zur Dramatisierung, aber ein klarer Warnhinweis. Gegen schwarmfähige, billige und schnell adaptierte unbemannte Luftsysteme braucht es ein robustes, mehrschichtiges Gegengewicht – von disziplinierter Funk- und Signaturführung über Täuschung und Verteilung bis zu aktiven Mitteln, die Drohnen orten, stören oder kinetisch bekämpfen.
- Funkdisziplin, Tarnung, Täuschung und Verteilung
- Passive SchutzmaĂźnahmen
- Aktive Mittel zur Ortung, Störung oder kinetischen Bekämpfung
🧠Taktik und Beschaffung Ebenso zentral sind neue Taktiken: kürzere, dezentralere Führungswege, strikte Emissionskontrolle sowie konsequentes Maskieren, Bewegen und Verstreuen. Ausbildung und Materialbeschaffung müssen diesem Gefechtsbild folgen – inklusive Massen an eigenen Aufklärungs- und Abwehrdrohnen sowie verlässlicher Logistik für Ersatz und Energie. Übungen wie „Hedgehog“ erfüllen ihren Zweck, wenn sie Schwächen schonungslos offenlegen. Konservativ gedacht heißt das: nüchtern analysieren, schnell nachsteuern und Fähigkeiten priorisieren, damit die Realität im Ernstfall nicht das lehrt, was die Übung bereits klar aufgezeigt hat.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Übung entzaubert Bequemlichkeit und verlangt die Rückkehr zu militärischen Grundlagen. Nicht Panzerstärke entscheidet, sondern Disziplin, Tarnung, Emissionskontrolle und die Fähigkeit, Drohnen in Masse abzuwehren und selbst einzusetzen. Beschaffung und Führung müssen Tempo aufnehmen, Bürokratie zurückfahren und einfache, robuste Lösungen vorziehen. Schweres Gerät bleibt nötig, doch ohne konsequente Gegen-UAS-Fähigkeiten wird es zur Zielscheibe. Wer jetzt zögert, riskiert, im Ernstfall das zu lernen, was hier bereits offensichtlich wurde.
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