📈 Lagebild 2025: Mehr legale Waffen im Freistaat In Sachsen nimmt die Zahl legal registrierter Waffen weiter zu. Ende 2025 waren rund 157.300 Waffen erfasst, knapp 11.000 mehr als 2020. Allein 2025 kamen etwa 1.700 hinzu; die Zahl der Waffenbesitzer stieg auf rund 32.800. Die Entwicklung wird politisch aufmerksam beobachtet.
ℹ️ Rechtlicher Rahmen Kleiner Waffenschein Der Kleine Waffenschein berechtigt in Deutschland zum Führen zugelassener Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen mit PTB-Zeichen in der Öffentlichkeit, jedoch nicht bei öffentlichen Veranstaltungen; zusätzlich gilt Ausweispflicht. Die Erlaubnis ist unbefristet und setzt Volljährigkeit sowie eine Zuverlässigkeitsprüfung voraus, die unter anderem Registerabfragen und eine Abfrage beim Verfassungsschutz umfasst. Das Schießen außerhalb von Schießstätten ist grundsätzlich verboten. Diese Regeln sollen Missbrauch verhindern und zugleich Rechtssicherheit für legale Besitzer schaffen.
🗺️ Erlaubnisse und regionale Verteilung Parallel zum Waffenbestand legten auch die waffenrechtlichen Erlaubnisse zu: 2025 waren in Sachsen etwa 94.250 Erlaubnisse registriert. Spitzenreiter ist der Erzgebirgskreis mit knapp 10.000, Schlusslicht Chemnitz mit rund 4.200. Besonders gefragt bleibt der Kleine Waffenschein, dessen Zahl 2025 um knapp 460 auf rund 25.200 stieg; Leipzig führt mit gut 3.600.
🚨 Kontrollen, Entzüge, Aufbewahrung Die Behörden schritten konsequent ein: In knapp 150 Fällen wurden Erlaubnisse entzogen, davon 40 im Landkreis Zwickau. Gründe waren überwiegend fehlende Zuverlässigkeit, in Einzelfällen rechtsextremistische oder „Reichsbürger“-Bezüge. Insgesamt wurden rund 23.000 Zuverlässigkeitsprüfungen durchgeführt; bei etwa 1.200 Aufbewahrungskontrollen gab es knapp 200 Verstöße.
🗣️ Debatte über Motive Die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel deutet den Trend weniger als Ausdruck von Sportschützeninteresse denn als Reaktion auf verbreitete Unsicherheitsgefühle, die nicht zwingend der Kriminalitätslage entsprechen. Politisch wird die Entwicklung aufmerksam begleitet.
⚖️ Einordnung und Ausblick Der Befund ist ambivalent: Der legale Waffenbesitz wächst moderat, der Kleine Waffenschein bleibt attraktiv, zugleich zeigen Entzüge und Kontrollen, dass Aufsicht und Rechtsdurchsetzung greifen. Aus konservativer Perspektive gilt: Sicherheit entsteht durch klare Regeln, verlässliche Kontrollen und die konsequente Entwaffnung Unzuverlässiger, nicht durch Symbolpolitik. Der Staat sollte Transparenz über Kriminalitäts- und Kontrollzahlen wahren, die Register digital und aktuell halten und die Behörden personell stärken. So lässt sich berechtigtes Bedürfnis nach Selbstschutz mit dem Primat öffentlicher Sicherheit in Einklang bringen, ohne rechtstreue Besitzer pauschal zu belasten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der gemessene Zuwachs legaler Waffen und Erlaubnisse ist kein Alarmzeichen, sondern ein Auftrag zu nüchterner Ordnungspolitik. Wer sich an Recht und Auflagen hält, darf nicht unter Generalverdacht geraten; entscheidend sind klare Regeln, strenge Kontrollen und die entschlossene Entwaffnung Unzuverlässiger. Symbolische Verschärfungen ohne Sicherheitsgewinn lehnen wir ab – gefordert sind Transparenz der Zahlen, aktuelle Register und ausreichend Personal in den Behörden. Zugleich ist gegen extremistische Bezüge und Verstöße bei der Aufbewahrung mit Null-Toleranz vorzugehen. Sicherheit entsteht nicht durch Misstrauen gegen Rechtstreue, sondern durch einen Staat, der verlässlich prüft, sanktioniert und dadurch Freiheit und Ordnung zugleich schützt.
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