🚆 Comeback ostdeutscher Eisenbahntechnik Im Harz nimmt die Rückkehr des Schnelltriebwagens SVT „Görlitz“ Gestalt an: Mehr als 140 historische Sitzgruppen sind im Bildungs- und Technologiezentrum in Thale und Aschersleben originalgetreu aufbereitet worden. Die Arbeiten sind Teil der laufenden Gesamtsanierung des Zuges bei der VIS GmbH in Halberstadt und verbinden traditionelles Handwerk mit moderner Ausbildung und regionaler Industriepolitik. Dass das BTZ die Instandsetzung der Sitzgruppen übernommen hat und parallel in neue Technik für Lehre und Betriebe investiert, unterstreicht den praktischen Nutzen über das reine Bewahren hinaus.
🧭 Historischer Kontext Der SVT „Görlitz“ gilt als Prestige-Triebzug der ehemaligen Deutschen Reichsbahn. Nach Jahren des Stillstands wird er in Halberstadt grundlegend aufgearbeitet, mit dem Ziel, ihn perspektivisch wieder museal-betrieblich einzusetzen. Der Weg dorthin ist ambitioniert und langwierig.
🛠️ Innenraum als Signal Nach Angaben des BTZ-Vorstandsvorsitzenden Ingo Loske wurden für den SVT mehr als 140 Sitzgruppen erneuert. Im Betriebsteil Aschersleben sind Sitzpolster und Kopfstützen neu bezogen worden – mit dem Anspruch, die originale Anmutung zu bewahren und zugleich den künftigen Fahrbetrieb zu ermöglichen. Das BTZ übernimmt damit eine zentrale Rolle bei der Innenraumrestaurierung, während die VIS GmbH in Halberstadt den Gesamtzug instand setzt.
🧰 Handwerk und Qualifizierung Der Ansatz ist doppelt sinnvoll: Er dient der denkmalgerechten Wiederherstellung eines technisch-kulturellen Zeitdokuments und stärkt gleichzeitig die Qualifizierung in den beteiligten Gewerken. Die parallele Modernisierung der BTZ-Ausstattung schafft Voraussetzungen, historisches Know-how mit zeitgemäßen Fertigkeiten in Metall-, Elektro- und Ausstattungsberufen zu verbinden. Davon profitieren Handwerk, Industrie und regionale Identität gleichermaßen.
🔧 Technische Meilensteine Am 4. Dezember 2024 gelang nach vorbereitenden Arbeiten der Start des Motors des Maschinenwagens VTa 18.16.10. Für 2025 wurden öffentlichkeitswirksame Schritte, darunter ein Roll-out in Halberstadt, in Aussicht gestellt. Zugleich betonen die Betreiber, dass weitere Prüfungen und Inbetriebnahmeschritte folgen.
🧪 Stufenweise Inbetriebnahme Solche Etappen markieren den Weg zurück in einen museal-betrieblichen Einsatz und zeigen, wie ambitioniert und langwierig die Wiederherstellung eines kompletten Triebzuges ist. Die bisherigen Schritte verdeutlichen das sequenzielle Vorgehen.
🏭 Regionale Wertschöpfung Die Zusammenarbeit von BTZ und VIS verankert das Projekt in der Region und verbindet Ausbildung, Handwerk und Industriepolitik. Die Modernisierung der BTZ-Infrastruktur ist dabei mehr als ein Nebenaspekt, denn sie unterstützt Lehre und betriebliche Praxis gleichermaßen.
⏱️ Risiken und Abhängigkeiten Die Komplettsanierung eines Triebzuges ist komplex und teuer; sie hängt von Materialverfügbarkeit, qualifiziertem Fachpersonal und notwendigen Zulassungsverfahren ab. Entscheidend wird sein, ob Termin- und Kostenmanagement dem Anspruch standhalten, den Zug nach Jahrzehnten wieder verlässlich auf die Schiene zu bringen.
📈 Zwischenfazit Im Harz sind greifbare Fortschritte erzielt worden – von der Innenausstattung bis zu technischen Etappen. Das spricht für die Tragfähigkeit des Projekts. Die bisherigen Schritte deuten darauf hin, dass Sorgfalt und Realismus Vorrang vor überhitzter Erwartung erhalten – genau die Kombination, die ein glaubwürdiges Comeback historischer Technik ermöglicht.
🗨️ Kommentar der Redaktion Das Vorhaben überzeugt dort, wo es Handwerk stärkt und Ausbildung konkretisiert. Der Maßstab sind Termine, Kosten und Sicherheit – nicht Symbolik. Ein Roll-out 2025 darf kein Selbstzweck sein, sondern das Ergebnis bestandener Prüfungen. Politische Schaufenster sollten der Werkhalle und dem Prüfstand weichen. Wer Erwartungen weckt, muss belastbar liefern – transparent, prüfbar, ohne Ausreden.
Quelle: Externe Quelle


