🔗 Sachsen vertieft Chip-Partnerschaften mit Südkorea

🌐 Strategische Ausrichtung auf Südkorea Sachsen richtet seine Standortpolitik im Halbleitersektor stärker auf Südkorea aus. Die Wirtschaftsförderung Sachsen warb auf der Branchenmesse SEMICON Korea vom 11. bis 13. Februar in Seoul für den Mikroelektronikstandort und organisierte vorab eine Investorenrunde mit rund 70 Teilnehmern aus Wirtschaft, Forschung und Institutionen. Ziel sind neue Investitionen und konkrete Technologiekooperationen.

🏭 Hintergrund Silicon Saxony Das „Silicon Saxony“ gilt als größter Mikroelektronikstandort Europas. Rund 3.600 Unternehmen beschäftigen etwa 83.000 Menschen, Schwerpunkte liegen in Dresden sowie in Chemnitz und weiteren Regionen. Mit der Ansiedlung von TSMC sowie Erweiterungen bei Infineon und Globalfoundries soll die Beschäftigung bis 2040 auf rund 100.000 steigen.

🤝 Gezielte Kontakte und Akteure Die Wirtschaftsförderung will ihre Aktivitäten neben Taiwan, Japan und den USA nun gezielt in Richtung Südkorea ausbauen. Geschäftsführer Thomas Horn verweist auf die führende Rolle des Landes mit Konzernen wie Samsung und SK Hynix und sieht vielfältige Anknüpfungspunkte für Investitionsprojekte und technologische Zusammenarbeit. Die Präsentation Sachsens auf der Messe sollte entsprechende Kontakte verdichten.

🧰 Industriepolitische Ziele Die Offensive zielt auf zweierlei: Erstens soll die vertikale Wertschöpfungskette in Sachsen breiter werden – von Materialien über Equipment bis zu Speicher- und Logikkompetenzen –, um die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferregionen zu verringern. Zweitens sollen internationale Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften beschleunigt werden, damit der Dresdner Cluster auch bei Zukunftsfeldern wie Advanced Packaging sowie Power- und Automotive-Chips mithält.

📌 Messlatte für den Erfolg Ein konservativer Blick mahnt zur Nüchternheit: Messeauftritte und Absichtserklärungen sind nur der Anfang. Entscheidend werden belastbare Lieferverträge, konkrete Ansiedlungen von Zulieferern, gemeinsame Labore und Ausbildungspartnerschaften – messbar in zusätzlichen Investitionen, Produktionskapazitäten und qualifizierten Stellen.

🏠 Hausaufgaben im Inland Ebenso relevant sind wettbewerbsfähige Energiepreise, verlässliche Genehmigungsverfahren, eine zügige Erschließung von Gewerbeflächen sowie eine Ausbildungsoffensive für Fachkräfte entlang der gesamten Prozesskette. Ohne Fortschritte an diesen Stellschrauben bleiben internationale Initiativen wirkungsschwach.

🔭 Ausblick und Fazit Sachsen setzt im globalen Wettlauf um Halbleiter auf eine strategische Brücke nach Seoul. Das ist folgerichtig, denn Südkorea ist ein Schwergewicht bei Speicherchips und Schlüsseltechnologien. Ob daraus ein substanzieller Vorteil für das „Silicon Saxony“ entsteht, wird sich an harten Ergebnissen messen lassen: neuen Werken, tieferen Lieferbeziehungen und gemeinsam entwickelten Produkten. Bis dahin bleibt der Kurs richtig, aber beweispflichtig.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Initiative ist sinnvoll, doch ihr Wert bemisst sich an unterschriebenen Lieferverträgen, neuen Ansiedlungen und zusätzlichen Kapazitäten. Symbolpolitik hilft nicht; gefragt sind verlässliche Energiepreise, schnelle Genehmigungen und zügig erschlossene Gewerbeflächen. Ohne eine Ausbildungsoffensive entlang der Prozesskette bleibt der Standortvorteil Stückwerk. Verantwortliche sollten konkrete Meilensteine benennen und daran gemessen werden. Erst Ergebnisse, dann Applaus.

Quelle: Externe Quelle

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