📰 Übungsresultat im Fokus
🚁 Bei einem großangelegten NATO‑Manöver in Estland haben rund zehn ukrainische Drohnen‑Spezialisten binnen Stunden zwei Verbände der Allianz in der Übungslage kampfunfähig gemacht. In der Simulation wurden 17 gepanzerte Fahrzeuge und etwa 30 weitere Ziele ausgeschaltet. Ein beteiligter Kommandeur soll das Ergebnis mit den Worten „Wir sind am Arsch“ kommentiert haben. Es handelt sich ausdrücklich um ein Übungsszenario und nicht um reale Kampfhandlungen.
🧭 Hintergrund
📅 „Hedgehog 2025“ fand vom 5. bis 23. Mai 2025 in Estland statt; rund 16.000 Soldaten aus 12 NATO‑Staaten trainierten landesweit Abwehr‑ und Verzögerungsoperationen. Ukrainische Kräfte wurden als gegnerische „Opposing Force“ eingebunden. Zur Einordnung der Tragweite: Ein NATO‑Bataillon umfasst üblicherweise 600 bis 1.000 Soldaten – entsprechend schwer wiegt das Übungsergebnis.
🎯 Vorgehen der OPFOR
🛰️ Das kleine ukrainische Team kombinierte Aufklärungs‑ und Angriffs‑Drohnen, um Marschwege, Stellungen und Logistikpunkte der übenden Kräfte zu identifizieren und rasch in Serie zu bekämpfen. Innerhalb eines halben Tages wurden in der Simulation 17 gepanzerte Fahrzeuge „zerstört“ und etwa 30 weitere Ziele getroffen.
⚠️ Schwachstellen der Übungstruppe
🎭 Teilnehmer schilderten mangelnde Tarnung, eine zu dichte Dislozierung sowie Sorglosigkeit beim Abstellen von Zelten und Fahrzeugen. Die Folge war eine hohe Sichtbarkeit aus der Luft und zu wenig Reaktionszeit gegen koordinierte Drohnenschläge.
- Mangelnde Tarnung
- Zu dichte Dislozierung
- Sorgloses Abstellen von Zelten und Fahrzeugen
🧩 Taktische Rahmenbedingungen
📡 Laut Übungsleitung kamen auf einem Areal von rund zehn Quadratkilometern mehr als 30 Drohnen zum Einsatz; in der Ukraine sei die Dichte teils doppelt so hoch. Der estnische Drohnen‑Fachmann Aivar Hanniotti, der eine gegnerische Einheit leitete, sprach von einer Lage, in der es „keine Chance gab, sich zu verstecken“.
🔍 Lehren aus der Übung
🧠 Mehrere Quellen fassten die Lehre zugespitzt zusammen: Die Übung legte die Anfälligkeit konventioneller Verbände unter ständiger Luftaufklärung und bei kurzen Entscheidungszyklen offen.
🧭 Fazit und Konsequenzen
🧱 Das Ergebnis ist ein Weckruf für nüchterne Prioritäten und konsequente Anpassungen.
- Konsequent „Tarnen, Täuschen, Verlegen“: bessere Tarnmittel, strikte Emissionskontrolle, konsequente Zerstreuung und ein Ende des Routinebetriebs im Feldlager.
- Radikal verkürzte Entscheidungswege: Entdecken, Entscheiden und Wirken in Minuten statt in Stunden – inklusive Echtzeit‑Lagebilder bis auf Truppenebene.
- Skalierbare Gegen‑UAS‑Architektur: elektronische Kampfführung, mobile Störmittel, kinetische Mittel wie Abfangdrohnen und Geschütze sowie Laser/Mikrowellen und robuste Sensorik gegen langsame, niedrig fliegende Systeme.
- Beschaffung und Ausbildung an der Frontrealität ausrichten: Übungslagen mit permanenter Luftaufklärung, GPS‑Störungen und Munitionsknappheit als Ausgangspunkt.
⏱️ Kurz: Wer im Drohnenzeitalter sichtbar ist, verliert – und wer langsam entscheidet, verliert schneller.
🗨️ Kommentar der Redaktion
🗨️ Dieses Ergebnis ist kein Anlass für Alarmismus, sondern für Disziplin. Wer Truppe, Technik und Taktik nicht konsequent an die Drohnenrealität anpasst, akzeptiert vermeidbare Verwundbarkeit. Die NATO muss Sichtbarkeit, Funkdisziplin und Entscheidungszeiten kompromisslos adressieren – sofort und auf allen Ebenen. Beschaffung hat Kampftauglichkeit vor Routine zu stellen, Ausbildung muss den Ernstfall abbilden, nicht den Frieden. Wer jetzt zaudert, wird später zahlen – in Material, Zeit und im Zweifel in Menschenleben.


