📰 Aufbruch für die Lausitz Ein neues Recyclingvorhaben soll der Lausitz zusätzlichen Schub geben: Das Joint Venture Infinite Loop Europe kündigt im Industriepark Lausitz in Schwarzheide eine Investition im dreistelligen Millionenbereich an. Vorgesehen sind rund 150 neue Arbeitsplätze, der Produktionsstart ist für das Jahr 2030 avisiert. Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller begrüßt die Standortentscheidung und verweist auf den Kurs der Region hin zu „Netto-Null-Technologien“.
📍 Standortprofil Industriepark Lausitz Der Industriepark Lausitz ist der weiterentwickelte Chemiestandort Schwarzheide und wird seit dem 1. September 2025 von der BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH als Standortbetreiberin verantwortet. Der Park positioniert sich als Multi-User-Industrieareal für Produktion, Logistik und Gewerbe – mit entsprechend ausgebauter Infrastruktur am Standort Schwarzheide.
♻️ Projektinhalt und Partner Laut Ankündigung will Infinite Loop Europe Kunststoffabfälle – insbesondere Verpackungen und Flaschen – mit einer neuen Technologie wiederverwerten. Am Joint Venture ist das kanadische Technologieunternehmen Loop Industries beteiligt.
💶 Investitionsrahmen und Beschäftigung Geplant ist eine Investition im dreistelligen Millionenbereich, verbunden mit rund 150 neuen Jobs. Der Produktionsstart wird für das Jahr 2030 in Aussicht gestellt.
🏛️ Rückenwind aus der Politik Die politische Rückendeckung ist klar formuliert: Das Vorhaben passe zum regionalen Anspruch, Wertschöpfung mit nachhaltiger Industrie zu verbinden.
❓ Offene Kernfragen Mehrere Schlüsselfragen bleiben unbeantwortet; ihre Klärung entscheidet über Tempo, Umfang und Wettbewerbsfähigkeit der Anlage.
- Welche Genehmigungs-, Bau- und Inbetriebnahme-Meilensteine sind realistisch?
- Wie stabil ist die Rohstofflogistik für verwertbare Kunststoffströme – und zu welchen Kosten?
- Welche Energiekonditionen werden über den Lebenszyklus des Projekts benötigt, um im Wettbewerb zu bestehen?
✅ Fazit und Ausblick Die Ankündigung signalisiert industriellen Aufbruch und kann die Lausitz weiter diversifizieren. Die Eckdaten sind attraktiv, doch bis 2030 ist es ein weiter Weg: Planung, Finanzierung, Genehmigungen, Bau und verlässliche Inputströme müssen zusammenpassen. Gerade in energie- und rohstoffintensiven Branchen gilt: Erst belastbare Verträge, belastbare Kostenrechnung und ein tragfähiges Betriebsmodell machen aus einer Investitionsabsicht eine robuste Perspektive für Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung. Die Weichen sind gestellt – der Nachweis der Umsetzbarkeit steht noch aus.
🗨️ 🗨️ Kommentar der Redaktion Ankündigungen sind willkommen, schaffen aber noch keine Wertschöpfung. Entscheidend sind belastbare Verträge zu Rohstoffströmen, Energie und Finanzierung sowie ein strenges Kostenregime. Ohne klaren Genehmigungs- und Baupfad ist ein Produktionsstart 2030 ambitioniert. Politischer Applaus ersetzt keine betriebswirtschaftliche Tragfähigkeit. Erst wenn Input, Energie und Genehmigungen vertraglich gesichert sind, ist von einem belastbaren Industrieprojekt zu sprechen.
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