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💶 Berlin bremst Macrons Vorstoß: Nein zu EU-Schulden und Industriebevorzugung

🧭 Vor dem Gipfel Vor dem informellen EU-Gipfel am Donnerstag setzt die Bundesregierung deutliche Kontrapunkte zu Emmanuel Macron. Berlin weist Forderungen nach neuen gemeinsamen EU-Schulden und einer gezielten Bevorzugung europäischer Produkte zurück und rückt stattdessen Wettbewerbsfähigkeit, die Vollendung des Binnenmarkts und Haushaltsdisziplin in den Mittelpunkt. Regierungsvertreter verweisen auf fehlenden Spielraum für zusätzliche Verschuldung und mahnen eine Priorisierung im EU-Haushalt zugunsten von Sicherheit und Technologie an.

🧩 Macrons Vorstoß Der französische Präsident hatte vor einem historischen Kipppunkt gewarnt und erneut eine „gemeinsame Verschuldungskapazität“ der EU für Zukunftsausgaben gefordert. Zugleich plädierte er für stärkeren Schutz der europäischen Industrie – ausdrücklich als Bevorzugung europäischer Produkte, etwa im Stahlsektor. Die Bundesregierung lehnt Eurobonds seit Jahren ab und sieht im Protektionismus kein tragfähiges Wohlstandsmodell Europas.

🏛️ Schulden als Nebenschauplatz Nach Berliner Lesart lenkt die Debatte über neue EU-Schulden „vom eigentlichen Problem“ ab. Europa habe ein Produktivitätsdefizit, das nur durch tiefgreifende Strukturreformen und die Vollendung des Binnenmarkts zu beheben sei.

🛡️ Prioritäten im EU-Haushalt Investitionen in Verteidigung sowie Schlüsseltechnologien gelten als nötig, sollen jedoch im Rahmen des mehrjährigen EU-Finanzrahmens neu priorisiert werden. Dazu gehört, konsumtive Ausgabenanteile zu prüfen und Mittel gezielter auf sicherheits- und innovationsrelevante Bereiche umzuschichten. „Europäische Verschuldung ist nicht kostenlos“ – zusätzliche Schulden sind daher kein Königsweg.

🏭 Industriepolitik mit Augenmaß Eine generelle Bevorzugung europäischer Produkte sieht Berlin skeptisch. „Made in Europe“ soll als eng begrenztes, befristetes Instrument für strategische Schlüsseltechnologien dienen – nicht für ganze Branchen.

🌍 Handel statt Abschottung Parallel drängt die Bundesregierung auf mehr und raschere Handelsabkommen über Mercosur hinaus, während Paris das Mercosur-Abkommen aus Agrargründen blockiert. Protektionismus dürfe nicht zum europäischen Wohlstandsmodell werden.

📌 Schwerpunkte Berlins auf einen Blick Im Zentrum stehen aus deutscher Sicht:

  • Wettbewerbsfähigkeit und Vollendung des Binnenmarkts
  • Haushaltsdisziplin statt neuer gemeinsamer Verschuldung
  • Priorisierung von Sicherheit und Schlüsseltechnologien im bestehenden Finanzrahmen
  • Offene Märkte und zusätzliche Abkommen statt breiter Produktbevorzugungen

🧮 Fazit vor dem Gipfel Die deutsche Linie ist ein konservatives Signal der Verlässlichkeit: Erst wettbewerbsfähig machen, dann investieren – und das innerhalb robuster Haushaltsregeln. Mit der klaren Absage an neue gemeinsame Schulden und weite Industriebevorzugungen markiert Berlin fiskalische und ordnungspolitische Leitplanken. Der europäische Grundkonflikt – Schuldenvergemeinschaftung versus Standortreformen – tritt damit offen zutage. Ob Paris und Berlin dennoch einen gemeinsamen Kurs finden, hängt nun davon ab, ob Investitionsbedarfe ohne dauerhafte Vergemeinschaftung und ohne protektionistische Abkürzungen adressiert werden können.

🗨️ Kommentar der Redaktion Nüchterne Haushaltsdisziplin ist Voraussetzung für nachhaltige Stärke. Wer nun nach Vergemeinschaftung von Schulden ruft, verschiebt Probleme, statt sie zu lösen. Richtig ist, zuerst Wettbewerbsfähigkeit und Binnenmarktvollendung zu sichern und dann gezielt in Sicherheit und Schlüsseltechnologien zu investieren. Breite Bevorzugungen und Protektionismus sind Wohlstandsrisiken, keine nachhaltigen Antworten. Eine eng begrenzte „Made in Europe“-Option für strategische Technologien kann sinnvoll sein, doch sie darf kein Einfallstor für industriepolitische Dauersubventionen werden. Europas Führungsanspruch bestätigt sich dort, wo Regeln gelten und Prioritäten gehalten werden – nicht dort, wo Schulden zum bequemen Ersatz für Reformen werden.

Quelle: Externe Quelle

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