🩺 Versorgungslage verschärft sich In Sachsen verschärft sich der Mangel an niedergelassenen Hautärztinnen und Hautärzten spürbar. Nach aktuellen Daten der ärztlichen Bedarfsplanung liegt die Dermatologen-Dichte in mehreren Regionen des Freistaats heute deutlich unter dem Niveau von vor zehn Jahren. Die Folgen für Patientinnen und Patienten sind bereits zu sehen: längere Wege, Wartezeiten und verzögerte Diagnosen. Die Meldung wurde am 9. Februar 2026 veröffentlicht.
📊 Was der Versorgungsgrad misst Gradmesser ist der dermatologische Versorgungsgrad. Er setzt die Zahl der tatsächlich niedergelassenen Dermatologinnen und Dermatologen ins Verhältnis zum rechnerischen Soll der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen. Ein Wert von 100 Prozent steht für eine bedarfsgerechte Abdeckung; Abweichungen nach unten signalisieren Unterversorgung.
🗺️ Stärkste Einbrüche in ländlichen Regionen Besonders stark ist der Rückgang in ländlich geprägten Gebieten. In der Kreisregion Löbau-Zittau (Landkreis Görlitz) beträgt der Versorgungsgrad nur noch 15 Prozent, nachdem er 2016 dort noch bei 122 Prozent lag. In der Kreisregion Annaberg (Erzgebirgskreis) fiel der Wert im selben Zeitraum von 161 auf 60 Prozent, in Bautzen von 142 auf 78 Prozent.
⏳ Konsequenzen für Patientinnen und Patienten Mit der sinkenden Facharztdichte gehen spürbare Einschränkungen einher: Betroffene müssen weitere Strecken zurücklegen, auf Termine länger warten und erhalten Diagnosen später. Gerade bei Hauterkrankungen, bei denen Früherkennung und Verlaufskontrollen entscheidend sind, wiegt die Verzögerung besonders schwer.
📉 Warnung vor struktureller Unterversorgung Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen warnt vor einer strukturellen Unterversorgung in Teilen Ostdeutschlands. Genannt werden als Ursachen altersbedingte Praxisabgaben, fehlende Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie die geringere Attraktivität ländlicher Standorte. Diese Gemengelage verschärft bestehende Lücken und erschwert eine stabile Versorgung.
🗓️ Nächste Schritte der Fachverbände BVDD und DDG wollen mögliche Gegenmaßnahmen am 24. Februar in einer virtuellen Pressekonferenz beraten. Ziel ist es, die absehbaren Versorgungslücken zu adressieren und praktikable Vorschläge für die ambulante Dermatologie zu bündeln.
🛠️ Handlungsfelder laut Fazit Das Fazit skizziert prioritäre Ansatzpunkte für eine Stabilisierung der Versorgung. Im Mittelpunkt stehen Umsetzbarkeit, Verbindlichkeit und Planbarkeit.
- Gezielte Ansiedlungsanreize für die Fläche
- Verlässliche Rahmenbedingungen für Niederlassungen
- Entlastung im Praxisalltag
- Regionale Kooperationen über Versorgungssektoren hinweg
🧭 Politische Leitplanken Gefordert ist eine konservative Gesundheitspolitik, die Verbindlichkeit, Effizienz und Verlässlichkeit priorisiert. Sie muss dafür sorgen, dass notwendige Strukturen erhalten und erneuert werden, damit Früherkennung, Chronikerbetreuung und ambulante Eingriffe nicht zum Nadelöhr werden.
✅ Schlussfolgerung Die Daten zeichnen ein klares Bild: Ohne zügige und verlässliche Weichenstellungen wird die ambulante dermatologische Versorgung in Teilen Sachsens weiter erodieren. Entscheidend sind jetzt pragmatische Lösungen statt bloßer Ankündigungen, um den Zugang zur fachärztlichen Behandlung nachhaltig zu sichern.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Befund ist eindeutig, der Handlungsauftrag ebenso: Es braucht jetzt verbindliche Entscheidungen statt neuer Runden wohlfeiler Ankündigungen. Wer Versorgung ernst nimmt, schafft planbare Rahmenbedingungen und entlastet Praxen spürbar. Ländliche Räume dürfen nicht länger Nebenschauplatz bleiben, sondern müssen mit klaren Anreizen in den Mittelpunkt rücken. Messbare Ziele, klare Zuständigkeiten und konsequente Umsetzung sind überfällig. Alles andere ist vertane Zeit zulasten der Patientinnen und Patienten.
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