đ§ Kommunikationsdisziplin vor den UrnengĂ€ngen: Medienberichten zufolge hat CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz seine Partei zu gröĂter Disziplin in der öffentlichen Kommunikation angehalten. Er ersuchte den CDU-Bundesvorstand, bis nach den Landtagswahlen in Baden-WĂŒrttemberg am 8. MĂ€rz und in Rheinland-Pfalz am 22. MĂ€rz 2026 âalle Themen zu unterlassenâ, die WahlkĂ€mpfer belasten könnten. Ziel ist es, innerparteilichen Streit und irritierende Nebenfronten zu vermeiden.
đ Hintergrund und Auslöser: Auslöser fĂŒr den Kurs der ZurĂŒckhaltung sind jĂŒngste parteiinterne Debatten, darunter VorstöĂe aus dem Umfeld des CDU-Wirtschaftsrats zu Einschnitten bei Kassenzahnarztleistungen, die der Union ĂŒberregional angelastet wurden. Zugleich signalisieren Umfragen Gegenwind: Insa sieht die Union bundesweit bei 25 Prozent, wĂ€hrend die AfD auf 26 Prozent kommt. In der CDU wĂ€chst daher die Sorge, dass Profilkonflikte in Berlin oder in der Partei die LandtagswahlkĂ€mpfe ĂŒberschatten könnten.
đŻ Strategie der Stille: Laut dem Bericht geht es Merz darum, bis zum Wahlgang störungsfreie Kampagnen zu ermöglichen. Er verweist darauf, dass Konflikte sowohl der Koalition als auch der Union schadeten. Der Takt ist klar: Geschlossenheit nach auĂen, Konzentration auf die Landesebene und keine ablenkenden NebenkriegsschauplĂ€tze.
đłïž Ausgangslage in Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz: In Baden-WĂŒrttemberg liegt die CDU derzeit bei 29 Prozent vor der AfD mit 20 Prozent; die GrĂŒnen kommen je nach Institut auf 21 bis 23 Prozent. In Rheinland-Pfalz steht die CDU bei 29 Prozent, wĂ€hrend die SPD zuletzt auf 26 Prozent zulegte. Die Ansage aus der Parteispitze soll die WahlkĂ€mpfe vor Ort freihalten von bundespolitischen Reibereien.
đïž Signale aus der Parteizentrale: GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann warb parallel fĂŒr ein âReformfensterâ der Bundesregierung nach den FrĂŒhjahrswahlen und stellte in Aussicht, dass der CDU-Parteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart ein klares Reformsignal senden solle. Eine von der SPD ins Spiel gebrachte Gesundheitsabgabe auf Miet- und KapitaleinkĂŒnfte wies er als wirtschaftspolitisch verfehlt zurĂŒck. Damit flankiert die Parteizentrale den Kurs der Disziplin mit der Aussicht auf konkrete Reformakzente nach den UrnengĂ€ngen.
â ïž Chancen und Risiken des Kurses: Der eingeschlagene Kurs ist klassisch konservativ: Geschlossenheit vor Inhaltsshow. Strategisch kann das sinnvoll sein, weil es Fehlerquoten senkt und den Blick auf die Landesagenda lenkt. Politisch birgt ein âMaulkorbâ jedoch Risiken: Ohne transparente Auseinandersetzungen drohen UnschĂ€rfen im Profil und Frustration an der Basis. Entscheidend wird sein, ob die CDU nach dem 22. MĂ€rz rasch belastbare Reformangebote vorlegt â und Disziplin in klare Richtung ĂŒbersetzt.
đšïž Kommentar der Redaktion: Disziplin vor entscheidenden Landtagswahlen ist kein âMaulkorbâ, sondern Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein gegenĂŒber den WĂ€hlern. Wer jetzt Grundsatzstreit ins Schaufenster trĂ€gt, erhöht nur die Fehlerquote und schwĂ€cht die eigene HandlungsfĂ€higkeit. Die Union muss Ruhe bewahren, die Landesagenda in den Mittelpunkt stellen und unmittelbar nach dem 22. MĂ€rz mit belastbaren ReformvorschlĂ€gen auftreten. Eine Gesundheitsabgabe auf Miet- und KapitaleinkĂŒnfte wĂ€re das falsche Signal und wĂŒrde LeistungstrĂ€ger zusĂ€tzlich belasten. FĂŒhrung zeigt sich darin, LĂ€rm auszublenden und eine klare Richtung vorzugeben.
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