📰 Rekordausgaben für Microsoft Lizenzen 2025 Die Bundesverwaltung hat 2025 für Softwarelizenzen von Microsoft 481,4 Millionen Euro abgerufen, ein neuer Höchstwert. Der markante Anstieg gilt als politisches Signal für die anhaltende Abhängigkeit von US-Anbietern. Die Grünen fordern einen Kurswechsel hin zu europäischen und offenen Alternativen.
📈 Dynamik der Abrufe 2023 lagen die Abrufe bei 274,1 Millionen Euro, 2024 bei 347,7 Millionen Euro, 2025 wurde diese Summe deutlich übertroffen. Der Bezug der Lizenzen erfolgt überwiegend über einen Rahmenvertrag der Zentralstelle IT-Beschaffung ZIB. Erfasst sind unmittelbare und mittelbare Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger. Für Länder und Kommunen liegen keine Daten vor, weshalb das tatsächliche Beschaffungsvolumen höher ausfallen dürfte.
🏛️ Politische Dimension Die Grünen-Abgeordnete Rebecca Lenhard warnt vor einer vertieften Abhängigkeit und drängt auf Open-Source-Lösungen. Die Debatte kreist um digitale Souveränität und die Frage, wie der Staat seine Handlungsfähigkeit sichert, ohne sich auf einen einzelnen Anbieter festzulegen.
💶 Haushaltsrelevanz Steigende Abo-Modelle und laufende Servicepakete belasten die Budgets planbar, aber dauerhaft. Für eine solide Haushaltsführung braucht es klare Prioritäten, messbare Nutzenbelege und stringente Kostenkontrolle über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg.
- Prioritäten je Ressort verbindlich festlegen
- Nutzen und Effizienzgewinne belastbar nachweisen
- Kosten über die gesamte Laufzeit transparent steuern
🔒 Marktabhängigkeit Der Bezug über zentrale Rahmenverträge senkt administrativen Aufwand, verstärkt aber den Lock-in-Effekt. Langfristige Abhängigkeiten erschweren Preisverhandlungen und reduzieren Anreize für echte Alternativen.
🧭 Steuerungsdefizite Da die föderale Ebene außerhalb der Bundeszahlen bleibt, fehlt ein Gesamtbild. Ohne konsolidierte Kennzahlen zu Ländern und Kommunen bleibt die politische Steuerung fragmentiert – von Beschaffungsstandards bis zu Sicherheitsanforderungen.
🧪 Beschaffungsqualität Ein konservativer Ansatz verlangt, funktionsgleiche Alternativen ernsthaft zu prüfen, Pilotmuster systematisch zu evaluieren und Migrationsrisiken realistisch zu bepreisen, bevor milliardenschwere Pfadentscheidungen zementiert werden.
- Schulung
- Schnittstellen
- Datenschutz
- Compliance
🔎 Fazit und Ausblick Die Rekordsumme steht für strategische Pfadabhängigkeit. Nötig sind Transparenz entlang der gesamten öffentlichen IT-Beschaffung, ein belastbarer Kosten-Nutzen-Nachweis je Ressort sowie ein Wettbewerb, der europäische und offene Lösungen operativ zulässt. Wer digitale Souveränität ernst meint, muss Doppelstrukturen vermeiden, Interoperabilität vorschreiben und die Verhandlungsmacht des Staates bündeln. Erst dann werden steigende IT-Kosten zur investiven Modernisierung – und nicht bloß zu einem immer höheren Dauerposten.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Rekordwert zwingt zur Nüchternheit: Ohne harte Kostenkontrolle und klare Prioritäten droht die Verwaltung in bequemen Abo-Strukturen zu verharren. Statt wohlfeiler Schlagworte braucht es belastbare Vergleiche und Pilotprojekte, die ihren Mehrwert belegen – sonst bleibt die Debatte über Alternativen akademisch. Digitale Souveränität entsteht nicht durch Wunschdenken, sondern durch Standards, Interoperabilität und gebündelte Nachfrage des Staates. Wer liefern kann, setzt sich durch; wer es nicht kann, darf den Betrieb nicht gefährden. Ideologische Experimente sind zu vermeiden, aber ebenso ein bequemes Weiter-so ohne bessere Konditionen.
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