🏠 Unsichtbare Gefahr daheim: Behörde warnt vor Radon als zweithäufigster Lungenkrebsursache

⚠️ Warnung in der Heizperiode: Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt in der Heizperiode eindringlich vor erhöhten Radonwerten in Innenräumen. Das radioaktive Edelgas gilt nach Tabakrauch als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. Schätzungsweise 10,5 Millionen Menschen in Deutschland sind Werten von über 100 Becquerel pro Kubikmeter ausgesetzt, rund zwei Millionen überschreiten den maßgeblichen Referenzwert. Besonders problematisch sind schlecht gelüftete Kellerräume im Winter.

ℹ️ Hintergrund Radon: Radon entsteht natürlicherweise im Boden und dringt über Risse im Fundament sowie undichte Rohr- und Kabeldurchführungen in Gebäude ein. Seine Zerfallsprodukte lagern sich in der Lunge ab und erhöhen das Krebsrisiko. Die WHO nennt 100 Bq/m³ als Richtwert, in Deutschland liegt der rechtlich verankerte Referenzwert für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze bei 300 Bq/m³. Entscheidend ist der Jahresmittelwert, da die Konzentrationen saisonal stark schwanken.

🌬️ Kamineffekt treibt Konzentrationen: Im Winter kann die Radonlast in ungelüfteten Kellern je nach Gebäude fünf- bis zehnmal höher sein als im Sommer. Ursache ist der Kamineffekt: Warme Luft steigt auf, erzeugt Unterdruck und saugt radonhaltige Bodenluft ins Haus – bis in höhere Etagen.

⛰️ Regionale Schwerpunkte: Besonders betroffen sind Mittelgebirgsregionen wie das Erzgebirge, Teile des Bayerischen Waldes und des Saarlands.

🫁 Risikoabschätzung: Laut Lungeninformationsdienst steigt das relative Lungenkrebsrisiko um etwa 16 Prozent je 100 Bq/m³.

📏 Messen statt Schätzen: Erste Hinweise zur örtlichen Lage geben Karten des Bundesamts für Strahlenschutz, belastbare Aussagen liefern jedoch nur Messungen vor Ort. Empfehlenswert sind passive Messdosen für etwa 30 bis 50 Euro – idealerweise in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen.

🛠️ Prävention und Minderung: Zur Verringerung der Belastung raten Fachleute zu regelmäßigem Stoßlüften sowie zum Abdichten von Fugen und Kellertüren. Bei hoher Belastung helfen technische Lüftungen oder bauliche Sperren.

⚖️ Maßstab und Vorsorge: Die Datenlage ist eindeutig: Radon ist ein oft unterschätztes, aber gut handhabbares Risiko. Ein konservativer Ansatz setzt auf Eigenverantwortung und Verhältnismäßigkeit: prüfen, messen, lüften – und dort, wo Referenzwerte überschritten werden, gezielt nachrüsten. So lassen sich gesundheitliche Risiken senken, ohne Eigentümer und Mieter pauschal mit kostspieligen Eingriffen zu belasten. Gesetzlicher Maßstab bleibt der Referenzwert von 300 Bq/m³; Vorsorge beginnt darunter.

🗨️ Kommentar der Redaktion: Radon verdient Aufmerksamkeit, aber keine Alarmpolitik. Maßstab bleibt der rechtlich verankerte Referenzwert von 300 Bq/m³; wer darunter liegt, handelt mit Augenmaß, wer darüber liegt, handelt zielgerichtet. Erst messen, dann investieren – so schützt man Gesundheit und Haushaltskasse gleichermaßen. Lüften und Abdichten sind erste Pflichten, teure Technik gehört nur dort hin, wo sie nötig ist. Vorsorge unterhalb des Referenzwerts ist vernünftig, kollektive Zwangssanierungen wären es nicht.

Quelle: Externe Quelle

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