DAS NEUSTE

🏛️ AfD formiert neue Jugendstrukturen in Berlin und Brandenburg: Preußen-Pathos, Proteste und offene Sicherheitsfragen

📰 Auftakt in der Hauptstadtregion Die AfD hat am 7. Februar 2026 ihre neue Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) zeitgleich in Berlin und Brandenburg mit Landesverbänden an den Start gebracht. In Königs Wusterhausen trat die Führung um Bundesvorsitzenden Jean-Pascal Hohm entschlossen auf, während in Berlin die Gründungsversammlung in der Bundesgeschäftsstelle der Partei stattfand. Beide Ereignisse wurden von Protesten begleitet, zugleich stehen mögliche Einstufungen durch Sicherheitsbehörden im Raum. Die Parole „Wir sind Preußen, wir wollen es nicht umsonst gewesen sein“ verlieh der Veranstaltung historischen Anklang und sorgte für Debatten.

🧭 Hintergrund und Zielsetzung Nach der Auflösung der Jungen Alternative (JA), die vom Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistisch“ eingestuft wurde, setzte die AfD im November 2025 in Gießen die Gründung von GD als neuer, direkt an die Mutterpartei angebundener Jugendorganisation um. Anders als die JA ist GD vollständig in die AfD integriert. Die Partei verbindet damit den Anspruch auf mehr Kontrolle, ein professionelleres Auftreten und eine verlässlichere Nachwuchsgewinnung.

🏛️ Brandenburg: Wahl und Programm In Königs Wusterhausen wurde der Landtagsabgeordnete und studierte Landwirt Fabian Jank ohne Gegenstimme zum Landesvorsitzenden gewählt. Programmatisch setzte Jank auf „Schulung“ der Jugend – „politisch, sportlich, charakterlich“ – und unterstrich seine Linie mit dem Satz: „Wir sind Preußen, wir wollen es nicht umsonst gewesen sein.“

🎙️ Botschaft der Bundesführung Bundesvorsitzender Jean-Pascal Hohm formulierte den Anspruch, Nachwuchskräfte für die Partei zu formen. Er betonte: „Am Ende werden wir siegen, da bin ich mir ganz sicher.“

🚨 Sicherheitsbehörden und Bewertung Das Brandenburger Innenministerium ließ erkennen, dass GD als Unterorganisation der Landespartei voraussichtlich ähnlich bewertet werde wie die AfD Brandenburg, die als „gesichert rechtsextrem“ gilt – es sei denn, die Jugendorganisation grenze sich klar ab. Vor Ort protestierten Demonstrierende gegen die Gründung.

📍 Berlin: Gründung im Parteisitz Parallel gründete GD in Berlin einen Landesverband in der AfD-Bundesgeschäftsstelle in Reinickendorf. Nach Angaben aus dem Umfeld begleiteten rund 120 Demonstrierende die Veranstaltung. Aus der früheren JA-Struktur wechselten Funktionäre in die neue Organisation; als profilierter Akteur trat unter anderem Martin Kohler in Erscheinung.

🧩 Bedeutung und offene Fragen Mit der doppelten Gründung professionalisiert die AfD ihre Nachwuchsarbeit und bindet sie enger an die Partei. Der Rekurs auf preußische Traditionen dürfte das eigene Milieu mobilisieren, zugleich aber die Frage der Abgrenzung gegenüber extremistischen Bestrebungen schärfen. Entscheidend wird sein, ob GD den selbst gesetzten Anspruch auf disziplinierte Kaderbildung, solides Auftreten und klare Distanzierung einlöst. Bis dahin bleibt die Organisation politisch wirksam, jedoch unter genauer Beobachtung – auf der Straße wie durch die Behörden.

🗨️ Kommentar der Redaktion Eine Jugendorganisation ist für jede Partei strategisch zentral, doch sie besteht den Praxistest nur mit Disziplin, Ernsthaftigkeit und klaren Grenzen. Wer auf historische Symbole setzt, sollte sie mit verantwortungsvoller Bürgerkultur und rechtsstaatlicher Loyalität unterfüttern, nicht mit vagen Signalen. Protest gehört zur Demokratie, ersetzt aber keine argumentativ saubere Auseinandersetzung. Die angekündigte Ausbildung politisch, sportlich und charakterlich ist sinnvoll – sofern sie der Mäßigung dient und nicht der Zuspitzung. Die behördliche Beobachtung ist legitim, muss sich aber an klaren Kriterien messen lassen; pauschale Vorverurteilung schwächt Vertrauen. Maßstab muss sein, ob GD verlässlich distanziert, diszipliniert auftritt und den langen Atem für seriöse Nachwuchsarbeit beweist.

Quelle: Externe Quelle

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