🩺 Überblick Sachsen macht ernst im Kampf gegen den Ärztemangel auf dem Land. Für das Wintersemester 2026/27 stehen 40 Medizinstudienplätze außerhalb des regulären Numerus-Clausus-Verfahrens bereit. Bewerbungen sind seit dem 15. Januar bis einschließlich 28. Februar 2026 möglich. Wer einen Platz erhält, verpflichtet sich, nach Studium und Facharztweiterbildung mindestens zehn Jahre in ländlichen Regionen als Hausärztin oder Hausarzt zu arbeiten.
🧭 Hintergrund Mit der Landarztquote reserviert Sachsen seit dem Wintersemester 2022/23 6,5 Prozent der Medizinstudienplätze für Bewerberinnen und Bewerber, die sich verbindlich zur späteren Tätigkeit in unterversorgten Gebieten verpflichten. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu stabilisieren. Der reguläre Zugang über einen sehr strengen Numerus Clausus hatte den Berufsnachwuchs stark selektiert; die Quote soll eine praxisnähere Auswahl ermöglichen.
🖥️ Bewerbung und Information Die Bewerbung erfolgt ausschließlich online über die staatliche Plattform Amt24. Zuständig für Information und Auswahl ist die Landesdirektion Sachsen. Am 20. Januar 2026 informierte eine digitale Veranstaltung gemeinsam mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung über Ablauf und Erwartungen.
🔎 Auswahl in zwei Stufen Das Verfahren verläuft zweistufig. In der ersten Phase werden definierte Kriterien gewichtet; nicht alle Punkte müssen erfüllt sein, entscheidend ist das Gesamtprofil. In der zweiten Phase folgen persönliche Auswahlgespräche.
- Abiturnote
- Ergebnis eines Studierfähigkeits- bzw. Eignungstests
- Einschlägige Berufsausbildung oder -erfahrung
- Ehrenamtliches Engagement
🎓 Kontingent 2026 und Studienorte Für 2026 stehen 40 Plätze zur Verfügung, was dem sachsenweiten Anteil von 6,5 Prozent entspricht. Studienbeginn ist an den Universitäten in Leipzig, Dresden und Chemnitz möglich. Das Gesundheitsministerium wirbt ausdrücklich um Interessierte; zuletzt lag der NC für Humanmedizin im Freistaat bei 1,1. Ministerin Petra Köpping (SPD) ermutigt zur Bewerbung und verweist auf die gesellschaftliche Bedeutung des Programms.
⚖️ Einordnung Die Landarztquote ist ein pragmatischer Eingriff in die Auswahl für das Medizinstudium mit klaren Gegenleistungen. Sie öffnet den Zugang für motivierte Bewerberinnen und Bewerber jenseits eines 1,0-Abiturs, bindet diese jedoch über eine lange Verpflichtungszeit. Für den Freistaat kann das Instrument Versorgungslücken mildern; ob es das Problem strukturell löst, hängt von der Verlässlichkeit der Bindung, der Attraktivität der Weiterbildungsbedingungen und der Begleitung in der Fläche ab. Für Bewerber gilt: Die Chance ist real, die Verantwortung ebenfalls.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Quote ist notwendig, weil die verlässliche hausärztliche Versorgung Vorrang hat. Wer sich bewirbt, muss die zehnjährige Bindung als ernsthafte Verpflichtung akzeptieren. Der Staat soll solide Rahmenbedingungen in Studium und Weiterbildung bieten, aber er schuldet keine Wunschlösungen. Entscheidend sind Eignung, Dienstbereitschaft und Durchhaltevermögen, nicht allein eine Abiturnote von 1,0. Zusagen müssen konsequent eingefordert und überprüft werden, damit das Programm seine Wirkung in der Fläche entfaltet.
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