đ° Einleitung Sachsen verzeichnete 2025 einen leichten RĂŒckgang krankheitsbedingter Fehlzeiten. Nach Angaben groĂer Krankenkassen bleibt der Freistaat jedoch weiterhin ĂŒber dem deutschen Durchschnitt. Der Befund deutet auf eine Normalisierung nach den AusschlĂ€gen der Vorjahre hin, ohne die strukturell hohe Belastung vollstĂ€ndig zu ĂŒberwinden.
đ§ Hintergrund Die Diskussion um Krankschreibungen hat an SchĂ€rfe gewonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte Mitte Januar, Krankschreibungen wĂŒrden zu schnell erfolgen, und stellte strengere Anreize fĂŒr Arbeitsaufnahme sowie die Rolle telefonischer Atteste zur Debatte. Das Thema berĂŒhrt Grundfragen von Leistung, Verantwortung und VerlĂ€sslichkeit am Arbeitsplatz.
đ Krankenkassen-Zahlen Die Techniker Krankenkasse meldet fĂŒr Sachsen einen Krankenstand von 4,95 Prozent fĂŒr 2025, nach 5,08 Prozent im Jahr 2024. Bei der Barmer sank der Wert leicht auf 6,2 Prozent, gegenĂŒber 6,3 Prozent im Vorjahr. HĂ€ufige Ursachen waren ErkĂ€ltungserkrankungen und psychische Diagnosen.
âïž Fehltage im Vergleich BeschĂ€ftigte in Sachsen fehlten 2025 im Durchschnitt an 18,1 Tagen; 2024 waren es 18,6 Tage, 2023 rund 19 Tage. Merz verwies auf einen bundesweiten Durchschnitt von 14,5 Fehltagen. Damit liegt Sachsen weiter spĂŒrbar ĂŒber dem Bundesschnitt; auch die Barmer bestĂ€tigt ein ĂŒberdurchschnittliches Niveau im Freistaat.
đ§© Einordnung des Trends Der RĂŒckgang im Jahresvergleich ist ermutigend, weil die pandemie- und infektgeprĂ€gten Spitzen der Vorjahre abflachen. Gleichwohl bleibt die hohe Zahl an AU-Tagen ein Risiko fĂŒr ProduktivitĂ€t, Planbarkeit und WettbewerbsfĂ€higkeit mittelstĂ€ndischer Betriebe, die die Wirtschaftsstruktur in Sachsen prĂ€gen.
đ ïž Handlungsempfehlungen Politik und Kassen sollten zweierlei tun, um den Abstand zum Bundesschnitt zu verringern:
- PrĂ€vention zielgenauer finanzieren â von betrieblichem Gesundheitsschutz bis zur psychischen Versorgung, wo Fehlzeiten besonders ins Gewicht fallen.
- Klare und praxistaugliche Regeln fĂŒr Krankschreibungen sichern, inklusive einer kritischen ĂberprĂŒfung telefonischer Atteste, um Missbrauch vorzubeugen und Vertrauen zu stĂ€rken.
đ Ausblick Die neuen Zahlen liefern ein zweigeteiltes Bild: Der Trend geht in die richtige Richtung, doch das Niveau bleibt fĂŒr ein Land mit industrieller Basis und begrenzten FachkrĂ€fte-Reserven zu hoch. Entscheidend ist, PrĂ€vention und klare Regeln zusammenzudenken, um Fehlzeiten dauerhaft zu reduzieren und Planungssicherheit zu erhöhen.
đšïž Kommentar der Redaktion Der leichte RĂŒckgang ist kein Grund zur Entwarnung. Wenn Sachsen dauerhaft ĂŒber dem Bundesschnitt liegt, ist das ein Standortnachteil insbesondere fĂŒr mittelstĂ€ndische Betriebe. Es braucht klare, ĂŒberprĂŒfbare Regeln fĂŒr Krankschreibungen; telefonische Atteste gehören kritisch auf den PrĂŒfstand. PrĂ€vention ist sinnvoll, doch ohne spĂŒrbare Anreize zur Arbeitsaufnahme und konsequente MissbrauchsbekĂ€mpfung bleibt es bei guten Absichten. Leistungskultur und FĂŒrsorge schlieĂen sich nicht aus â sie bedingen einander. Politik und Kassen sollten liefern, damit sich der Abstand zum Bundesdurchschnitt rasch und nachhaltig verringert.


