🚨 Alarmruf zur Wettbewerbsfähigkeit: Ökonom Daniel Stelter warnt vor einem Kipppunkt, an dem immer mehr Leistungsträger – qualifizierte Fachkräfte, Unternehmer und gut ausgebildete Nachwuchskräfte – Deutschland den Rücken kehren. Als Treiber nennt er die wachsende Abgabenlast, eine überdehnte Sozialarchitektur, demografischen Druck sowie verfehlte Energie- und Migrationspolitik. Die Botschaft ist deutlich: Wer viel leistet, fühlt sich zunehmend überfordert und wendet sich ab.
📊 Trendwende in der Wanderungsbilanz: 2023 wurden insgesamt rund 1,933 Millionen Zuzüge und 1,270 Millionen Fortzüge registriert. Die daraus resultierende Nettozuwanderung von etwa 663.000 Personen lag gut 55 Prozent unter dem Vorjahreswert – ein deutliches Signal, dass sich die entlastende Wirkung der Migration für Arbeitsmarkt und Sozialkassen abschwächt. Der demografische Gegenwind nimmt zu, während ein zentraler Puffer erkennbar dünner wird.
🌍 Begehrte Ziele der Auswanderer: Zu den bevorzugten Zielen deutscher Auswanderer zählen weiterhin die Schweiz, Österreich und die USA. Aus Sicht vieler Abwanderungswilliger punkten diese Länder mit verlässlicheren Rahmenbedingungen, geringerer Abgabenlast oder besseren Karriereperspektiven. In einem globalen Wettbewerb um Talente können diese Faktoren den Ausschlag geben.
💼 Leistungsanreize unter Druck: Stelter ordnet die Entwicklung in ein größeres Bild ein: Steigende Umverteilung, schwache Standortpolitik und demografischer Gegenwind drücken auf die Anreize, zusätzlich zu arbeiten und zu investieren. Wer an der Beitrags- und Steuerbemessungsgrenze arbeitet, erlebt, dass zusätzlicher Einsatz netto kaum ankommt – ein klassischer Auslöser für Abwanderungstendenzen, besonders in hochmobilen Gruppen.
🧩 Folgen für Arbeitsmarkt und Sozialkassen: Die wirtschaftliche Dynamik hängt entscheidend davon ab, ob Deutschland qualifizierte Köpfe halten und gewinnen kann. Mit sinkender Nettozuwanderung verliert der Standort an Puffer gegen den Fachkräftemangel, während die Finanzierung sozialer Sicherungssysteme unter Druck gerät. Hohe Steuer- und Abgabenquoten, Bürokratie und unsichere energiepolitische Rahmenbedingungen verstärken diese Risiken.
🛠️ Stellschrauben für einen Kurswechsel: Gefordert ist ein Ansatz, der Leistung sichtbar belohnt und Planungssicherheit stärkt. Dazu zählen:
- Bürokratie abbauen und Verfahren spürbar beschleunigen.
- Verlässliche Energie- und Standortpolitik mit klaren Investitionssignalen.
- Entlastung der arbeitenden Mitte und der oberen Fachkräfte bei Steuern und Abgaben.
- Schnellere, gezielte Verfahren für qualifizierte Zuwanderung.
- Integration mit klaren Leistungsanreizen und überprüfbaren Ergebnissen.
🧭 Richtungsentscheidung jetzt: Die Zeit demografischer und migrationspolitischer Automatismen ist vorbei. Ohne Kurskorrektur droht ein stiller Substanzverlust – der Abgang jener, die Wachstum, Innovation und Steueraufkommen tragen. Ein verlässlicher, leistungsfreundlicher Rahmen entscheidet darüber, ob Deutschland im Wettbewerb um Talente besteht oder weiter Marktanteile und Know-how verliert.
🗨️ Kommentar der Redaktion: Deutschland hat kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Ohne einen klaren Vorrang für Wettbewerbsfähigkeit, bezahlbare Energie und niedrige Abgaben werden Leistungsträger weiter abwandern. Der Staat muss schlanker werden und Sozialleistungen stärker an Eigenverantwortung sowie Integrationserfolg koppeln. Wer arbeitet, investiert und ausbildet, braucht sichtbar mehr Netto – sonst wird mit den Füßen abgestimmt. Es ist Zeit für ordnungspolitische Nüchternheit statt wohlmeinender Symbolpolitik.

