🌍 Lagezuspitzung im Nahen Osten Die strategische Lage im Nahen Osten spitzt sich zu. Nach der Aussetzung internationaler Rüstungsbegrenzungen und vor dem Hintergrund erneuter Spannungen mit Iran wächst das Risiko einer regionalen Eskalation – mit möglichen Auswirkungen bis nach Europa. Golfstaaten warnen vor Destabilisierung und Migrationsbewegungen, während westliche Streitkräfte vorsorgliche Maßnahmen vorbereiten.
🕰️ Hintergrund ohne Rüstungskontrollrahmen Am 5. Februar 2026 ist der New START-Vertrag zwischen den USA und Russland ausgelaufen; erstmals seit mehr als fünf Jahrzehnten fehlt damit ein bilateraler Rahmen zur Begrenzung der größten Atomarsenale. Die „Bulletin of the Atomic Scientists“ warnen mit einer auf 85 Sekunden vor Mitternacht stehenden „Weltuntergangsuhr“ vor wachsender globaler Unsicherheit. Bereits im Juni 2025 zielten israelisch-amerikanische Luftangriffe auf unterirdische iranische Nuklearanlagen, doch Teile des Programms blieben funktionsfähig.
🚢 Aufmarsch und Ziele der Einsatzplanung Washington und Jerusalem sehen nach diesen Entwicklungen ein Handlungsfenster. Die USA haben Marine- und Luftstreitkräfte, darunter den Träger USS Abraham Lincoln, in Stellung gebracht. Genannt werden drei operative Ziele:
- das iranische Atomprogramm dauerhaft zu zerstören
- die Langstreckenraketen zu neutralisieren
- Teherans Unterstützung bewaffneter Stellvertreter wie der Hisbollah zu unterbinden
🕊️ Diplomatische Sondierungen Parallel sondiert ein US-Sondergesandter im Oman mögliche Gesprächswege mit Teheran. Sollte Diplomatie scheitern, wird ein Militärschlag bereits am Wochenende des 7./8. Februar 2026 oder in der Folgewoche für möglich gehalten.
🔥 Furcht vor regionalem Flächenbrand In Riad, Doha und Abu Dhabi wächst die Sorge vor einem Flächenbrand. Befürchtet werden Vergeltungsaktionen der Revolutionsgarden gegen US-Stützpunkte sowie massive Flüchtlingsbewegungen aus dem 90-Millionen-Staat Iran in die unmittelbare Nachbarschaft – mit Dominoeffekten, wie sie die Region seit dem Irakkrieg 2003 kennt. Auch Europa könnte durch Terrorrisiken und Sekundärmigration betroffen sein.
🇩🇪 Deutsche Risikoabsicherung Deutschland richtet den Blick auf Vorsorge: Die Bundeswehr bereitet sich auf mögliche Eskalationsfolgen vor und verlegt nicht missionskritisches Personal aus dem Nordirak. Parallel setzt die Bundesregierung auf Gespräche in den Golfmonarchien. Diese Kombination aus Abschreckung und Diplomatie signalisiert Vorsicht und verdeutlicht den begrenzten politischen Spielraum in einer volatilen Lage.
🧭 Strategische Konsequenzen für den Westen Die Lage am Golf ist ein Stresstest für westliche Strategie: militärische Handlungsfähigkeit bewahren, Eskalationen vermeiden, Verbündete einbinden und zugleich Europas Sicherheitsinteressen schützen. Ein übereilter Schlag birgt beträchtliche Folgerisiken; Untätigkeit hingegen begünstigt Teherans Nuklearambitionen und die Erosion der Ordnung. Gefordert sind klare rote Linien, eng getaktete Diplomatie und belastbare Schutzvorkehrungen – von der Sicherung eigener Kräfte bis zur Resilienz gegen Terror- und Migrationsschocks. Nur eine nüchterne, interessengeleitete Politik kann verhindern, dass ein lokaler Konflikt zum regionalen Brand wird.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Lage verlangt kühle Nerven statt Symbolpolitik. Abschreckung muss glaubwürdig sein, Diplomatie diszipliniert und zielorientiert. Deutschland und seine Partner sollten die Sicherung eigener Kräfte, die Resilienz gegen Terror- und Migrationsschocks und die Einbindung verlässlicher Verbündeter priorisieren. Klare rote Linien mit nachvollziehbaren Konsequenzen sind überfällig. Ein Militärschlag darf nur letzte Option nach ausgeschöpften Gesprächen sein – Untätigkeit ist jedoch keine Strategie.


