⏰ VW-Betriebsrat bremst Arbeitszeit-Vorstöße: Tarifhoheit statt politischer Schnellschüsse

📰 Regierungsvorstoß trifft Werkspraxis Der Vorstoß der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz, die Arbeitszeitregeln großzügig zu flexibilisieren, stößt in Wolfsburg auf nüchterne Einordnung. Aus dem Volkswagen-Umfeld heißt es unmissverständlich: Über Arbeitszeiten wird im Rahmen der Tarifautonomie entschieden, nicht per Federstrich aus Berlin. Zugleich macht die Arbeitnehmerseite deutlich, dass in der Krise planvolle, betriebsnahe Lösungen Vorrang haben und pauschale Mehrstunden kein Rezept sind.

🏭 Tarifhoheit bei Volkswagen Für einen Konzern wie Volkswagen setzt das erprobte Zusammenspiel aus Haustarif, betrieblicher Praxis und Mitbestimmung den verbindlichen Rahmen. Gerade in Zeiten des Umbruchs gilt: Entscheidungen zur Arbeitszeit fallen in der Ordnung der Tarifparteien, nicht in der Tagespolitik.

⚖️ Spannungsfeld und Praxistauglichkeit In der politischen Debatte stehen Gesundheitsschutz, Planbarkeit und Produktivität den Argumenten von Standortwettbewerb und Auslastung gegenüber. Entscheidend ist, ob Reformen in den Werken praxistauglich greifen. An diesem Maßstab wird sich jede Lockerung des Arbeitszeitrahmens messen lassen müssen.

📑 Tarif statt Tagespolitik Die VW-Arbeitnehmerseite bekräftigt, arbeitszeitliche Weichenstellungen tariflich zu regeln. Dazu gehört das Angebot, anstehende Tariferhöhungen befristet nicht auszuzahlen, sondern in einen „Zukunftsfonds“ zu lenken. Ziel ist, bei Bedarf Arbeitszeitverkürzungen an belasteten Standorten finanziell zu unterlegen und Personalabbau zu vermeiden. Der Ansatz priorisiert betriebs- und standortspezifische Steuerung statt pauschaler Verlängerungen.

🔧 Kosten- und Beschäftigungsbrücke Das Modell zielt auf kalkulierbare Entlastung der Arbeitskosten im niedrigen Milliardenbereich, setzt zugleich aber auf Beschäftigungssicherung. Geplante Eingriffe in Schichten und Takte sollen steuerbar bleiben. Es ist ein konservativer Ansatz, der Stabilität vor Symbolpolitik stellt und an die Politik die klare Botschaft richtet: Flexibilität ja, aber in der bewährten Ordnung der Tarifparteien.

🛡️ Friedenspflicht und Eskalationsrisiko Das Angebot der Arbeitnehmerseite ist mit der Erwartung verknüpft, Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen vom Tisch zu bekommen. Notfalls wird Arbeitskampf in Aussicht gestellt. Damit wird unterstrichen: Arbeitszeit ist Verhandlungssache und kein Einfallstor für Schnellreformen.

🧭 Fazit am Werkstor Der Ball liegt nicht bei abstrakten Stundenzahlen, sondern bei belastbaren Vereinbarungen am Werkstor. Wer die Wettbewerbsfähigkeit stärken will, respektiert die Tarifhoheit und nimmt die betriebliche Realität ernst. Der VW-Betriebsrat sendet ein Signal über Wolfsburg hinaus: Arbeitszeitpolitik gelingt am besten dort, wo diejenigen entscheiden, die die Folgen tragen – Arbeitgeber und Beschäftigte gemeinsam. Die Politik soll den Rahmen liefern, ihn aber nicht über die Köpfe der Tarifparteien hinweg neu zeichnen.

🗨️ Kommentar der Redaktion Ordnung vor Eile – das ist die richtige Leitschnur in dieser Debatte. Wer Arbeitszeit flexibilisieren will, muss die Tarifhoheit respektieren und betriebsnahe Lösungen zulassen statt zentralistische Schnellschüsse zu verordnen. Der von der Arbeitnehmerseite skizzierte Weg der gezielten, finanziell hinterlegten Entlastung ist solide, verantwortungsbewusst und dem Standort dienlicher als symbolische Stundenarithmetik. Berlin sollte sich auf verlässliche Rahmenbedingungen beschränken und das Aushandeln den Tarifparteien überlassen. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht am Reißbrett, sondern durch klare, planbare Regeln in den Werken.

Quelle: Externe Quelle

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