🗞️ Lageüberblick In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler erstmals seit Jahren leicht rückläufig, während der Anteil von Kindern mit ausländischer Staatsangehörigkeit weiter zunimmt. Diese gegenläufige Entwicklung verschärft die ohnehin angespannten Debatten über Integration, Unterrichtsqualität und Personalbedarf, besonders an Grundschulen.
📉 Trendwende bei Schülerzahlen Nach einem langen Wachstumspfad seit dem Schuljahr 2010/11 verzeichnet das Land nun eine Trendwende. An den allgemeinbildenden Schulen werden im laufenden Schuljahr knapp 211.900 Kinder und Jugendliche unterrichtet, rund 45 weniger als im Vorjahr.
🌍 Ausländeranteil steigt weiter Die Zahl der ausländischen Schülerinnen und Schüler ist auf über 24.600 gestiegen. Ihr Anteil an der Gesamtschülerschaft wuchs von 11,0 auf 11,6 Prozent und setzt den seit dem Schuljahr 2013/14 anhaltenden Aufwärtstrend fort.
🧭 Herkunft und Herausforderung Viele der neu hinzugekommenen Kinder und Jugendlichen stammen aus Krisen- und Kriegsregionen, vor allem aus Syrien, der Ukraine und Afghanistan. Das stellt Schulleitungen und Kollegien vor die doppelte Aufgabe, Integrations- und Leistungsansprüche zugleich zu sichern.
🧒 Grundschulen im Fokus Auslöser der Trendwende ist insbesondere ein deutlicher Rückgang an den Grundschulen um mehr als 1.300 Kinder auf knapp 77.500, während weiterführende Schulen Zuwächse melden. Die Primarstufe trägt damit eine besondere Last bei der Unterrichtsversorgung und in der Sprachförderung.
🏫 Unterrichtsqualität sichern Angesichts der veränderten Schülerschaft rücken robuste Strukturen, verlässliche Personalausstattung und klare Leistungsanforderungen in den Vordergrund. Entscheidend ist, Integration so zu gestalten, dass sie nicht zulasten des Anspruchsniveaus fällt.
🧩 Prioritäten für wirksame Integration Die Zahlen mahnen zu klaren Schwerpunkten in Steuerung und Praxis.
- Verlässliche Unterrichtsversorgung, insbesondere in der Primarstufe, wo die Basis für späteren Bildungserfolg gelegt wird.
- Sprachförderung konsequent an Leistungsziele koppeln: Wer schneller Deutsch lernt, soll zügig in Regelklassen wechseln; wer mehr Zeit braucht, erhält passgenaue Förderung statt pauschaler Programme.
- Klare Standards und regelmäßige Leistungskontrollen, damit Integration nicht zulasten des Anspruchs fällt.
- Nüchterne Personal- und Ressourcenplanung, die demografischen Rückgang bei Einschulungen und steigende Integrationsaufgaben zugleich abbildet.
🔭 Ausblick Ein Schulsystem, das solide Grundbildung und erfolgreiche Integration zugleich schafft, braucht klare Prioritäten, robuste Strukturen und die Bereitschaft, bewährte Prinzipien der Leistungskultur verlässlich durchzusetzen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Wer Bildung ernst nimmt, ordnet Ressourcen zuerst der Primarstufe zu und stellt Unterrichtsausfall ab. Integration darf nie als Vorwand dienen, Leistungsstandards zu senken; Sprache, Regeln und Leistung sind nicht verhandelbar. Sprachförderung hat ein Ziel und eine Frist: schneller Übergang in Regelklassen für Leistungsfähige, passgenaue Förderung statt teurer Pauschalprogramme für alle. Schulpolitik muss nüchtern planen, demografischen Rückgang und steigende Integrationsaufgaben zugleich abbilden, statt neue Experimente zu starten. Kurz gesagt: Qualität vor Quantität, Konsequenz vor Symbolik.
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