🚨 Warnsignal der Aufsicht Die deutsche Finanzaufsicht setzt ein deutliches Zeichen: Bafin-Präsident Mark Branson warnt angesichts hoher Bewertungen, niedriger Risikoaufschläge und verbreiteten Optimismus vor einem erhöhten Potenzial für abrupte Markt- und Preiskorrekturen. In Frankfurt machte er am 28. Januar 2026 klar, dass anhaltende Risikonahme in privaten Märkten und das Wachstum leicht regulierter Vehikel die Finanzstabilität einem Härtetest aussetzen könnten. Die Lage bleibe „fragil und unsicher“. Gleichzeitig betonte er, dass robuste Kapitalisierung im Bank- und Versicherungssektor keine Entwarnung sei.
🌍 Ausblendung zentraler Risiken Nach Einschätzung der Aufsicht überstrahlt die gute Börsenstimmung wesentliche Gefahren: geopolitische Spannungen und Handelskonflikte, die hohe Staatsverschuldung wichtiger Volkswirtschaften sowie die offene Frage, ob die KI-Euphorie durch nachhaltige Produktivitätsgewinne gedeckt ist. Hinzu treten strategische Unsicherheiten, etwa eine mögliche Neubewertung der Rolle des US-Dollars als Leitwährung und die Politisierung von Institutionen, die im Krisenfall internationale Koordination erschweren könnte. Setzt sich diese Gemengelage fort, steigt die Wahrscheinlichkeit eines „Knalls“.
🧩 Vulnerabilität statt Auslöser Konservativ betrachtet steht nicht der einzelne Auslöser im Vordergrund, sondern die Verwundbarkeit des Systems. Wo Bewertungen anspruchsvoll sind und Risikoprämien dünn, werden Schocks – ob aus der Geopolitik, der Geldpolitik oder aus überzogenen Technikerwartungen – schnell in die Preise durchgereicht.
🕳️ Risiken in wenig regulierten Segmenten Besonders risikobehaftet sind Bereiche mit geringer Regulierung und hoher Fremdfinanzierung: Liquiditätsabflüsse können dort Kettenreaktionen auslösen, die über Marktsegmente hinweg wirken. In diesem Umfeld sind solide Risikosteuerung, belastbare Stressszenarien und robuste Liquiditätspuffer kein Luxus, sondern Notwendigkeit.
🏦 Gut kapitalisiert heißt nicht gefeit Dass klassische Institute gut kapitalisiert sind, mindert zwar unmittelbare Ansteckungsgefahren, ersetzt aber nicht die Vorsorge gegen Marktverwerfungen, die auch jenseits des Bankensektors entstehen können.
🧭 Konservative Vorsorge statt Sorglosigkeit Die Botschaft ist unmissverständlich: In einer unsicheren Welt verbietet sich Sorglosigkeit. Wer Stabilität ernst nimmt, reduziert Verwundbarkeiten jetzt – durch konservative Bewertung von Risiken, Begrenzung von Hebelwirkung in wenig regulierten Segmenten und klare Notfallpläne für Liquiditätsstress. Die Märkte profitieren von Transparenz und Disziplin; beides ist in Phasen des Übermuts erfahrungsgemäß knapp. Vorsicht ist keine Panikmache, sondern Ausdruck professioneller Nüchternheit – genau das, was die Finanzstabilität in den kommenden Monaten brauchen dürfte.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Mahnung kommt zur rechten Zeit und lässt wenig Interpretationsspielraum. Wer sie abtut, verkennt die kumulierte Verwundbarkeit eines Marktes, der hohe Bewertungen mit dünnen Risikoprämien kombiniert. Aufsicht und Marktteilnehmer sollten jetzt Disziplin zeigen: Hebel reduzieren, Liquiditätspläne schärfen, Bewertungsannahmen konservativ kalibrieren. Der Verweis auf solide Kapitalausstattung ist kein Schutzschild gegen Schocks, die außerhalb der klassischen Institute entstehen. Besser heute streng und nüchtern handeln, als morgen reaktiv und unter Druck.
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