📰 Xi betont UN als Kern der Ordnung Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bekräftigte am Dienstag, 27. Januar 2026, in Peking die Vereinten Nationen als Kern einer regelbasierten Weltordnung und reagierte damit indirekt auf die jüngste Gründung eines von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen „Friedensrats“. Die Botschaft: Peking sucht Anschluss an etablierte multilaterale Strukturen, statt ein Parallelformat Washingtons zu legitimieren.
🕰️ Hintergrund und Timing Der Vorstoß fiel mit dem Besuch des finnischen Ministerpräsidenten Petteri Orpo zusammen. Finnland und China erklärten, das internationale System mit den Vereinten Nationen als Kernstück entschlossen aufrechterhalten zu wollen. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt, denn in der Vorwoche hatte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos seinen „Friedensrat“ als Konkurrenzformat zur UN lanciert. Laut Berichten unterzeichneten 19 Staaten das Gründungsdokument, darunter Argentinien und Ungarn; Deutschland, Großbritannien und Frankreich blieben fern. China erhielt eine Einladung und ließ eine Teilnahme offen.
🏛️ Gesprächsrahmen in Peking Xi äußerte sich bei einem Treffen mit Orpo in der Großen Halle des Volkes. Der viertägige Besuch des finnischen Regierungschefs ist Teil westlicher Sondierungen in Peking vor dem Hintergrund einer veränderten US-Politik. Der Auftritt Finnlands verschaffte Xi eine europäische Bühne, um Bindung an die UN-Ordnung zu signalisieren – ohne sich auf Trumps neues Gremium festzulegen.
♟️ Strategische Einordnung Für Peking ist die UN nicht nur Symbol internationaler Legitimität, sondern auch ein Forum, in dem China als Vetomacht Gewicht entfaltet. Ein „Friedensrat“ unter US-Führung, der neben oder gegen die UN operiert, würde diese Hebel tendenziell schwächen. Die Betonung eines UN-Zentrums kann daher als Absage an eine institutionelle Auslagerung zentraler Sicherheitsfragen gelesen werden.
🇪🇺 Europäische Perspektive Das demonstrative Fernbleiben wichtiger EU-Staaten vom „Friedensrat“ zeigt Skepsis gegenüber einem Format mit unklarem Mandat und unklarer Governance. Gleichzeitig beobachten europäische Regierungen Pekings Auftreten aufmerksam: Ein klares chinesisches Bekenntnis zur UN-Ordnung wird begrüßt – solange es nicht mit politischer Unterstützung für autokratische Partner kollidiert.
🧭 Taktik Pekings Die Einladung an China, dem „Friedensrat“ beizutreten, vergrößert Pekings Handlungsspielraum. Durch offenes Abwarten kann Xi den Preis seiner Kooperationsbereitschaft erhöhen, ohne sich festzulegen. Das Signal nach Washington: Man spricht über „Frieden“, aber nicht zu jedem Preis und nicht unter Umgehung der UN.
📌 Fazit Xis Worte klingen nach multilateraler Verlässlichkeit, sind in der Sache aber Geopolitik mit kalkulierter Distanz zu Trumps Parallelkonstruktion. Der Prüfstein liegt nicht in der Rhetorik, sondern im Verhalten: Unterstützt Peking die UN auch dann, wenn Entscheidungen den eigenen Interessen zuwiderlaufen? Solange Mandat, Finanzierung und Rechtsgrundlagen des „Friedensrats“ unklar bleiben und zentrale Demokratien fernstehen, bleibt die UN das belastbarere Fundament kollektiver Sicherheit. Xis Auftritt stärkt diese Linie und erinnert Washington daran, dass internationale Ordnung nicht per Dekret ersetzt werden kann.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die UN ist trotz aller Defizite das solidere Fundament als ad hoc geschaffene Parallelgremien. Wer Ordnung will, muss Regeln akzeptieren – auch dann, wenn sie unbequem sind. Solange Mandat, Finanzierung und Rechtsgrundlagen des „Friedensrats“ im Ungefähren bleiben und führende europäische Staaten fernbleiben, ist Zurückhaltung geboten. Pekings Bekenntnis ist zu begrüßen, wird aber erst glaubwürdig, wenn es sich in konfliktträchtigen Dossiers gegen eigene Opportunität bewährt. Konservative Außenpolitik setzt auf belastbare Institutionen statt symbolischer Kurzschlüsse.
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