🕯️ Überblick Am Sonntag, 25. Januar 2026, marschieren Angehörige der Royal Air Force von Bad Muskau nach Spremberg. Der Long March endet am ehemaligen Güterbahnhof mit einem Appell und einer Kranzniederlegung, der Abschluss ist für 15:30 Uhr angekündigt. Der Marsch ist bewusst schlicht gehalten und setzt auf würdiges Erinnern statt Inszenierung.
📜 Historischer Hintergrund Die Gedenkstrecke erinnert an die Evakuierung eines der größten Gefangenenlager gegen Kriegsende in Sagan, dem heutigen Żagań in Polen. Dort waren rund 15.000 Angehörige der westalliierten Luftstreitkräfte interniert. Im Winter vor 81 Jahren wurden tausende Gefangene Richtung Spremberg getrieben; viele überlebten den Gewaltmarsch nicht. Seit 2006 beschreiten britische Luftwaffenangehörige diese Route jährlich symbolisch. Überliefert ist, dass die Zivilbevölkerung in Bad Muskau damals einzelnen Kolonnen Brot und Zwiebeln zusteckte – ein leiser Gegenakzent zur Härte des NS-Lagersystems.
🧠Übung und Bezeichnung Die diesjährige Gedenkaktion trägt die Übungsbezeichnung Ex Per Ardua Eagle 2026. Erwartet werden 26 Marschteilnehmer der Royal Air Force, begleitet von einem kleinen Unterstützungsteam.
🛣️ Route durch die Stadt Der Tross bewegt sich stadteinwärts über die Muskauer Straße, die Schlossstraße, die Bahnhofstraße und die Grazer Straße bis zur Bregenzer Straße am früheren Güterbahnhof.
🕒 Zeitplan Mit dem Eintreffen in Spremberg ist – abhängig von Marschtempo und Witterung – zwischen 15:00 und 16:00 Uhr zu rechnen. Der Abschluss am ehemaligen Güterbahnhof ist für 15:30 Uhr angesetzt.
🚶 Rahmen und Ablauf Eine begrenzte Fahrzeugbegleitung und die feste Route sollen die öffentlichen Abläufe so wenig wie möglich beeinträchtigen und zugleich die Sichtbarkeit des Gedenkens sichern.
🎗️ Bedeutung des Gedenkens Der Long March steht für eine konservative Erinnerungspraxis: nüchtern, respektvoll, detailtreu. Dass die Royal Air Force die Strecke erneut geht, unterstreicht den Anspruch, historisches Bewusstsein ohne Pathos wachzuhalten – im Wissen um die Leidensgeschichte von 1945 und im Respekt vor den Toten. Die klare Route, der begrenzte Begleitrahmen und das feste Zeremoniell zeigen, wie Gedenken im öffentlichen Raum verantwortungsvoll ausgestaltet werden kann: sichtbar, aber nicht aufdringlich; feierlich, aber ohne politischen Überton.
🗨️ Kommentar der Redaktion Maßvolles Gedenken ist kein Mangel, sondern eine Tugend. Wer der Geschichte gerecht werden will, wählt Zurückhaltung statt Selbstdarstellung. Dieser Marsch überzeugt, weil er Disziplin, Respekt und Faktentreue über Lautstärke stellt. Gerade in unruhigen Zeiten braucht Erinnerung klare Formen, nicht flüchtige Erregung. Öffentlicher Raum verdient Ordnung und Würde – beides wird hier vorbildlich gewahrt.


