📰 Genehmigung erteilt Die Landesdirektion Sachsen hat den Weg für eine neue Steganlage am Westufer des Scheibe-Sees in Hoyerswerda freigemacht. Kernstück ist eine begehbare Mole von rund 90 Metern Länge mit 32 Liegeplätzen, die den See als Naherholungsgebiet aufwerten soll. Die Stadt hatte nach eigenen Angaben eineinhalb Jahre auf die Genehmigung gewartet; nun kann die Planung in die Umsetzung gehen. Weitere Bausteine, darunter ein Mehrzweckgebäude und ein Strandcafé, sind ab 2027 vorgesehen.
⚓ Kernstück Mole Mit der Genehmigung rückt insbesondere die Mole voran, die als tragendes Element des künftigen Hafens am Westufer dienen soll. Die 32 Bootsliegeplätze sollen den wassertouristischen Verkehr ordnen und Angebote vor Ort bündeln. Die Stadtverwaltung spricht von einem „wichtigen Meilenstein“ für die Erschließung des Scheibe-Sees. Projektmanager Steffen Mühl betont, die lange Planungsphase habe sich ausgezahlt; nun könne die praktische Umsetzung beginnen.
🗓️ Zeitplan und nächste Bausteine Parallel bereitet die Stadt den zweiten Schritt ab 2027 vor: ein Mehrzweckgebäude für Servicefunktionen und ein Strandcafé zur Stärkung der Aufenthaltsqualität. Die Realisierung ist schrittweise bis Ende 2027 angelegt.
🔄 Strukturwandel und Projektziel Der Scheibe-See ist Teil des Strukturwandels in der Lausitz: Aus einem früheren Braunkohletagebau entsteht ein touristisch nutzbares Wasserrevier. Am 23. Oktober 2025 erfolgte der symbolische Spatenstich für die Entwicklung des Westufers mit Strand, Promenade, Mole und einer barrierearmen Landmarke. Das Gesamtprojekt ist mit rund 36,5 Millionen Euro veranschlagt, davon stammen etwa 33,67 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregion. Ziel ist es, bis Ende 2027 einen attraktiven Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste zu schaffen.
🧩 Umfang der Maßnahmen Die 2025 angestoßene Gesamtmaßnahme umfasst:
- einen 300 Meter langen Strand mit Promenade
- eine begehbare Mole mit Aufschüttung
- 32 Bootsliegeplätze
- eine Slipanlage
- eine barrierearme Landmarke mit Aufzug
- die Neugestaltung der Uferböschung und barrierefreie Zugänge
⚠️ Chancen und Risiken Die Genehmigung der Steganlage ist ein sichtbares Signal für den weiteren Umbau des Scheibe-Sees. Der Ansatz folgt der Logik des Strukturwandels: öffentliche Vorleistung, um private Nachfrage und touristische Impulse zu entfalten. Zugleich mahnt die lange Vorlaufzeit zur Disziplin bei Kosten, Vergabe und Bauablauf. Entscheidend wird sein, Betrieb und Pflege der neuen Infrastruktur dauerhaft zu sichern und saisonale Schwankungen abzufedern. Erst wenn Mole, Strand und Serviceangebote tragfähig ineinandergreifen, kann der Standort sein wirtschaftliches Potenzial heben.
🗨️ Kommentar der Redaktion Das Vorhaben verdient Unterstützung, aber nicht blanko. Öffentliche Mittel müssen strikt an belastbare Kosten- und Zeitziele gebunden werden, sonst droht Vertrauensverlust. Ein Hafen mit 32 Liegeplätzen rechtfertigt nur dann die Investition, wenn Betrieb und Pflege ohne Dauersubvention funktionieren. Die Stadt sollte Vergaben und Baufortschritt eng führen und früh Korrekturen setzen, falls Qualität, Termin oder Budget wanken. Entscheidend ist messbare Wirkung für Einheimische und Gäste statt Symbolpolitik. Wer jetzt Verantwortung übernimmt, muss sie bis 2027 und darüber hinaus tragen.


