🧊 Eisriesen an der Elbe: Kälte und Niedrigwasser lassen bei Geesthacht meterhohe Schollen entstehen

❄️ Seltenes Winterphänomen vor Hamburg Vor den Toren Hamburgs türmen sich entlang der Elbbrücke bei Geesthacht aus Eisschollen entstandene Gebilde, teils bis zu zehn Meter hoch. Mehrere Eisbrecher arbeiten im Dauereinsatz, um die Fahrrinne freizuhalten, während zahlreiche Schaulustige das Schauspiel verfolgen. Die Lage zeigt die Grenzen der Wasserwege bei starkem Frost und niedrigem Abfluss.

🌊 Hydrologischer Brennpunkt Geesthacht Der Abschnitt rund um das Stauwehr gilt als hydrologisch sensibel. Seit Tagen zerschneidet die dort stationierte Eisbrecherflotte eine massive Eisbarriere. Die losgebrochenen Schollen treiben ab und stranden bei Niedrigwasser am Ufer – so wachsen die imposanten „Eisberge“.

🚢 Enger Abfluss und begrenzte Einsatzfenster Zuletzt flossen stellenweise nur rund 300.000 Liter Wasser pro Sekunde durch die Elbe; für einen reibungslosen Eisabfluss wären etwa 500.000 Liter nötig. Wegen des niedrigen Pegels können die Schiffe oftmals nur um die Hochwasserzeit operieren. Zeitweise waren bis zu zehn Eisbrecher im Einsatz – so viele wie seit Jahren nicht mehr.

🧊 Frost, Grundeis und Eisstau Auslöser sind strenger Frost und gleichzeitiges Niedrigwasser. In der Spitze wurden am vergangenen Sonntag zweistellige Minusgrade gemessen; am Elbgrund gebildetes Grundeis stieg auf, verstopfte die Oberfläche und staute den Fluss zusätzlich. Vor Ort arbeiten sechs Eisbrecher nahezu rund um die Uhr. Der XXL-Eisbrecher „Keiler“ mit rund 1100 PS fährt wiederholt auf die Barrieren, setzt auf und zerdrückt die Schollen, um die Strömung wieder in Gang zu bringen.

👥 Schaulust und Behinderungen Das Naturschauspiel lockt zahlreiche Besucher an. Am Ufer und auf Zufahrtsstraßen kam es zeitweise zu Behinderungen.

🌡️ Ausblick Auch in den kommenden Tagen ist erneut mit Frostphasen zu rechnen. Ein rascher Abbau der Eisformationen ist daher nicht garantiert.

⚠️ Sicherheit und Vorsicht Die „Eisberge“ an der Elbe sind kein harmloser Winterzauber, sondern Folge eines ungewöhnlichen Zusammenspiels aus Kälte, Niedrigwasser und regulierendem Eingriff am Stauwehr. Für die Schifffahrt bleibt der Abschnitt anspruchsvoll; die Einsatzfähigkeit der Eisbrecher ist angesichts der Pegellage zentral. Anwohner und Ausflügler sollten Abstand halten, Verkehrswege frei lassen und das Naturereignis mit der gebotenen Vorsicht betrachten.

🗨️ Kommentar der Redaktion Romantik hat an der Elbe jetzt keinen Vorrang: Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Wasserstraße müssen oberste Priorität haben. Wer aus Neugier in Einsatzbereiche drängt, gefährdet sich selbst und behindert notwendige Arbeiten. Die Behörden sind gut beraten, den Betrieb der Eisbrecher konsequent abzusichern und unnötigen Publikumsverkehr zu unterbinden. Ordnung, Disziplin und Respekt vor Sperrungen sind in dieser Lage keine Option, sondern Pflicht. Wer hinschaut, sollte dies aus angemessenem Abstand tun – und den Profis ihre Arbeit machen lassen.

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