📉 Einbürgerung statt Ausreise Die Zahl syrischer Staatsangehöriger in Deutschland sinkt vor allem durch Einbürgerungen, nicht durch Ausreisen. Freiwillige Rückkehrer bleiben eine Minderheit, während Rufe nach konsequenteren Rückführungen lauter werden. Die Bundesregierung verweist zugleich auf die prekäre Lage in Syrien. Daraus erwächst eine Grundsatzfrage: Integration mit Pass oder Rückkehr in ein instabiles Herkunftsland.
📊 Bestandszahlen und Entwicklung Ende November hielten sich 940.401 syrische Staatsangehörige in Deutschland auf, mehr als 512.000 von ihnen weiterhin mit Schutzstatus. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beruht überwiegend auf Einbürgerungen und nicht auf Ausreisen.
🧩 Integration als Rückkehrbremse Seit der großen Fluchtbewegung ab 2015 haben sich viele Syrer hier eine neue Existenz aufgebaut. Arbeitsmarktintegration, Familienbindungen und Bildungswege wirken einer schnellen Heimkehr entgegen. Jüngere Reformen im Staatsangehörigkeitsrecht erleichtern den Übergang vom befristeten Schutz zur Einbürgerung.
✈️ Rückkehr und Asylgeschehen Mit staatlicher Unterstützung reisten 2025 bis Ende November lediglich 3.707 Syrer freiwillig aus. Zugleich sank die Zahl neuer Asylerstanträge 2025 deutlich. Rückführungen gelten der Bundesregierung wegen Sicherheits- und Versorgungslage vor Ort weiterhin als problematisch.
⚖️ Vollstreckung und Duldung Über 10.000 syrische Staatsangehörige sind ausreisepflichtig, die weitaus meisten jedoch geduldet. Rechtliche oder praktische Hinderungsgründe verhindern den Vollzug.
🏛️ Politische Fronten Die CSU fordert für 2026 eine Abschiebeoffensive auch nach Syrien. Kritiker verweisen auf humanitäre Risiken und instabile Verhältnisse. Strittig bleibt, ob und ab wann die Voraussetzungen für systematische Rückführungen erfüllt sind.
🧭 Grundsatz der Migrationspolitik Aufeinander prallen humanitäre Verantwortung und Rechtsklarheit auf der einen Seite sowie eine steuernde Rückführungspolitik auf der anderen. Die Weichenstellung entscheidet darüber, ob Integration vorrangig durch Einbürgerung oder durch Rückkehrkonzepte beantwortet wird.
- Humanität und Rechtsklarheit: Schutz gewähren und Verfahren rechtsstaatlich halten.
- Steuernde Rückführung: Ordnung schaffen, wo Rückkehr rechtlich und praktisch möglich ist.
🎯 Zweigleisiger Kurs Ein konservativ-pragmatischer Ansatz setzt auf zwei Gleise: rechtsstaatlich prüfen, wo Rückführungen verantwortbar und vollzugsfähig sind, und Integration verbindlicher gestalten, damit Einbürgerung Ergebnis erkennbarer Leistung und Loyalität wird.
- Rückführungen mit klaren Kriterien, belastbaren Rücknahmeabkommen und Priorität bei Straftätern und Gefährdern.
- Integration durch Arbeitsmarktteilhabe, Sprachnachweise und eigenständige Lebenssicherung.
🔎 Ausblick Die Daten zeigen: Für die große Mehrheit ist derzeit die Einbürgerung realistischer als die Rückkehr in ein fragiles Land. Wer beides ernst nimmt, reduziert falsche Anreize, stärkt die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats und wahrt zugleich deutsche humanitäre Verpflichtungen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Deutschland braucht in dieser Frage Ordnung und Maß. Rückführungen müssen dort erfolgen, wo sie rechtlich zulässig, sicher und vollzugsfähig sind, mit klarer Priorität bei Straftätern und Gefährdern. Einbürgerung darf kein Automatismus sein, sondern an Sprache, Arbeit und eigenständige Lebenssicherung gebunden bleiben. Der Rechtsstaat muss liefern statt zu debattieren: klare Kriterien, belastbare Abkommen, konsequente Umsetzung. Symbolpolitik ersetzt keine Durchsetzungskraft, Härte ohne Rechtsgrundlage ist jedoch ebenso falsch.


