📰 Mindestlohn 2026 im Fokus Eine neue Unternehmensbefragung signalisiert erhebliche Folgewirkungen der jüngsten Mindestlohn-Erhöhung: Viele Betriebe rechnen mit Preisaufschlägen und einem spürbaren Beschäftigungsabbau. Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde und soll 2027 weiter steigen. Diese Eckdaten bilden den Hintergrund für die aktuelle Lageeinschätzung in der Wirtschaft.
⚖️ Regulatorischer Rahmen und Zielsetzung Die Anhebung erfolgt per Rechtsverordnung auf Vorschlag der Mindestlohnkommission. Ziel ist ein höheres Einkommensniveau am unteren Rand des Arbeitsmarktes. Zugleich steigen für Unternehmen die Arbeitskosten, besonders in arbeitsintensiven Branchen. Vor diesem Spannungsfeld bewertet die Wirtschaft die jüngsten Veränderungen mit Blick auf Preise, Personal und Wettbewerbsfähigkeit.
📈 Preisdruck in der Breite Laut einer DIHK-Umfrage unter 15.000 Betrieben planen rund 40 Prozent, die gestiegenen Kosten über höhere Endpreise weiterzugeben. Besonders betroffen sind Gastronomie und Einzelhandel.
👥 Beschäftigung unter Druck 13 Prozent der Unternehmen rechnen mit Personalabbau. In der Gastronomie erwarten 25 Prozent Jobkürzungen, im Einzelhandel 22 Prozent.
🏷️ Unmittelbare Anhebungspflicht Jedes vierte Unternehmen muss den Mindestlohn unmittelbar anheben. In einigen Branchen trifft die Anpassung besonders viele Betriebe:
- Gastronomie: 50 Prozent
- Einzelhandel: 38 Prozent
- Bau: 17 Prozent
💶 Lohnkaskade setzt ein Die Erhöhung zieht laut DIHK-Präsident Peter Adrian eine Lohnkaskade nach sich. 25 Prozent der Firmen sehen zusätzlichen Anpassungsdruck oberhalb des Einstiegslohns; in der Industrie berichten 47 Prozent darüber.
🧭 Regionale Schwerpunkte im Osten Regional fallen die Belastungen im Osten höher aus. Dort müssen 29 Prozent der Unternehmen den Mindestlohn anheben, 46 Prozent planen zusätzliche Anpassungen in höheren Lohngruppen, 52 Prozent Preiserhöhungen.
📊 Konsequenzen für Preise und Beschäftigung Die Befunde deuten auf eine spürbare Kostenwelle in arbeitsintensiven Sektoren hin. Für Verbraucher drohen Preisaufschläge, für Geringqualifizierte steigen Beschäftigungsrisiken.
🧩 Optionen für eine tragfähige Balance Aus konservativer Perspektive führt der Weg zu stabiler Wettbewerbsfähigkeit nicht allein über regulative Lohnvorgaben. Entscheidend sind parallel eine Begrenzung der Lohnnebenkosten, die Stärkung der Produktivität und ein spürbarer Bürokratieabbau. Der Ruf der Wirtschaft nach einer Deckelung der Sozialabgaben zielt darauf, Beschäftigung zu sichern, ohne die Last einseitig auf Preise und Jobs zu verlagern.
🗨️ Kommentar der Redaktion Politik per Verordnung auf steigende Löhne zu setzen, ohne die Kostenbasis zu entlasten, gefährdet genau jene Arbeitsplätze, die geschützt werden sollen. Wenn 40 Prozent der Betriebe höhere Preise planen und zugleich 13 Prozent Stellen abbauen wollen, ist das ein Warnsignal. Bevor die nächste Erhöhung 2027 kommt, braucht es eine klare Kurskorrektur: Lohnnebenkosten deckeln, Produktivität stärken, Bürokratie konsequent abbauen. Wer Wettbewerbsfähigkeit ernst nimmt, stabilisiert die Grundlagen des Ertrags – nicht die Preisschraube. Ein Mindestlohn, der von realer Wertschöpfung entkoppelt wird, produziert am Ende weniger Beschäftigung und mehr Enttäuschung.


