📰 Insolvenzantrag und laufender Betrieb Der Berliner Hotelbetreiber Revo-Hospitality hat beim Amtsgericht Charlottenburg für rund 140 Konzerngesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind etwa 125 Häuser in Deutschland und Österreich; der Betrieb soll nach Unternehmensangaben weiterlaufen. Rund 5.500 Arbeitsplätze stehen damit im Risiko. Revo firmierte bis 2025 als HR Group und strebt eine geordnete Sanierung mit Zielhorizont Sommer 2026 an. Während des Verfahrens übernimmt ein externes Restrukturierungsteam die operative Führung in den betroffenen Gesellschaften.
🌍 Einordnung und Umfang Revo zählt zu den großen europäischen Multibrand-Betreibern. Das Portfolio umfasst nach Unternehmensangaben rund 250 Hotels in 135 Städten und zwölf Ländern, teils unter eigenen Marken, teils als Franchisenehmer internationaler Ketten wie Hilton, Hyatt oder Radisson. Die Gruppe erklärt, die Löhne für das erste Quartal 2026 über eine Vorfinanzierung der Bundesagentur für Arbeit sichern zu wollen. Das Verfahren erfolgt überwiegend in Eigenverwaltung und erhält die Handlungsfähigkeit des Managements unter gerichtlicher Aufsicht.
⚖️ Ablauf des Verfahrens Formell wurde das Verfahren am Amtsgericht Charlottenburg eingeleitet. Für die Dauer der Sanierung fungieren Anwälte der Kanzlei GT Restructuring, namentlich Gordon Geiser, als Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften. Ziel ist eine zügige Restrukturierung bei laufendem Hotelbetrieb; Kündigungen oder Schließungen wurden zunächst nicht angekündigt. Der Ansatz der Eigenverwaltung soll Zeit für Verhandlungen mit Verpächtern, Banken und Franchisegebern schaffen und die Liquidität stabilisieren, während das Tagesgeschäft weiterläuft.
📊 Kernzahlen auf einen Blick Die wichtigsten Eckdaten zur Einordnung:
- Rund 140 Konzerngesellschaften im Verfahren der Eigenverwaltung
- Etwa 125 Häuser in Deutschland und Österreich betroffen
- Rund 5.500 Arbeitsplätze im Risiko
- Zielhorizont der Sanierung: Sommer 2026
- Portfolio: rund 250 Hotels in 135 Städten und zwölf Ländern
🔭 Ausblick und Risiken Die Eigenverwaltung verschafft kurzfristig Luft, ersetzt aber keine belastbare Neuausrichtung. Entscheidend wird sein, ob höhere Kosten, Zinsen und Pachtlasten mit nachhaltigen Effizienzmaßnahmen und angepassten Portfolios in Einklang gebracht werden können. Gelingt die Einigung mit Finanzierern und Partnern, kann die Gruppe als Betreiber vieler Markenverbünde weiterarbeiten. Misslingen die Sanierungsziele, drohen Veräußerungen und Standortverluste mit entsprechenden Folgen für Beschäftigte und regionale Hotelmärkte.
🗨️ Kommentar der Redaktion Eigenverwaltung ist eine zweite Chance, kein Schonraum. Wer jetzt Verantwortung trägt, muss konsequent Kostenstrukturen anpassen, Portfolios schärfen und zügig belastbare Vereinbarungen mit Verpächtern, Banken und Franchisegebern vorlegen. Vorfinanzierte Löhne sind eine Brücke, aber sie verlangen Disziplin und Transparenz gegenüber Belegschaft und Partnern. Entscheidend ist ein klares, überprüfbares Sanierungsprogramm mit Termin- und Ergebnistreue. Gelingt dies, bleibt Substanz erhalten; scheitert es, sollten unrentable Standorte ohne Zögern aufgegeben werden.


