📰 Einleitung Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau am 16. Januar 2026 den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand in Deutschland kritisiert. Im Schnitt seien Beschäftigte 14,5 Tage pro Jahr krankgeschrieben, nahezu drei Arbeitswochen, was ihn veranlasste, die Notwendigkeit dieses Niveaus und die geltenden Regeln grundsätzlich zu hinterfragen. Er kündigte an, innerhalb der Koalition eine Debatte über Anreize für mehr Arbeitsbereitschaft zu führen.
📊 Kritik am Krankenstand In seiner Rede stellte Merz die Kernfrage, ob Umfang und Dauer der Krankmeldungen „wirklich notwendig“ seien. Er plädierte dafür, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass mehr Menschen ihrer Tätigkeit verlässlich nachgehen. Ziel ist eine Kultur der Verlässlichkeit, die Fehlzeiten reduziert und die Arbeitsbereitschaft stärkt.
📞 Telefonische Krankschreibung im Fokus Merz verwies auf die seit 2021 eingeführte Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung. Diese sei in der Pandemie begründet gewesen, müsse heute aber kritisch geprüft werden. Die Union drängt auf eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung außerhalb akuter Pandemielagen.
🤝 Koalition und Gesprächsbereitschaft Merz signalisierte, dass Änderungen nur im Einvernehmen mit dem Koalitionspartner möglich seien. Er stellte klar, dass darüber mit der SPD gesprochen werden solle. Die anstehenden Gespräche entscheiden darüber, ob und wie die bestehenden Regeln angepasst werden.
📌 Kernpunkte im Überblick Die Debatte ordnet sich in einen größeren Kontext ein und bündelt mehrere Stränge der Arbeits- und Sozialpolitik.
- Durchschnittliche Fehlzeit von 14,5 Tagen pro Beschäftigtem als zentrale Bezugsgröße.
- Telefonische Krankschreibung seit 2021, pandemiebedingt eingeführt, nun auf dem Prüfstand.
- Änderungen nur im Einvernehmen mit dem Koalitionspartner SPD.
- Zielsetzung: mehr Verlässlichkeit und höhere volkswirtschaftliche Gesamtleistung.
📈 Ziel: höhere Gesamtleistung Als politisches Ziel betonte Merz eine höhere volkswirtschaftliche Gesamtleistung. Aus seiner Sicht sollen die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit in der Arbeitswelt wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
🔎 Zahl im Zentrum der Debatte Die von Merz angeführte durchschnittliche Fehlzeit von 14,5 Tagen pro Beschäftigtem illustriert nach seiner Lesart den Handlungsdruck. Sie dient ihm als Maßstab, um Umfang und Dauer von Krankmeldungen zu hinterfragen und mögliche Hebel neu zu bewerten.
🧭 Ausblick Ob aus der Kritik konkrete Reformen werden, hängt an den Koalitionsgesprächen und der Bereitschaft, Komfortregeln der Pandemie-Ära zu beenden. Klar ist, dass die Auseinandersetzung zwischen Fürsorge und Produktivität die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik weiter prägen wird.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Vorstoß ist überfällig: Ein Krankenstand auf dem Niveau von nahezu drei Arbeitswochen pro Jahr darf nicht zur neuen Normalität werden. Die telefonische Krankschreibung war in der Ausnahmesituation der Pandemie sinnvoll, gehört heute jedoch konsequent überprüft. Wer Verlässlichkeit und Leistung fordert, stärkt am Ende auch die Solidarsysteme, weil Missbrauchsrisiken begrenzt und Anreize richtig gesetzt werden. Reformen sollten zügig verhandelt und im Koalitionsrahmen klar entschieden werden. Der Fokus auf Produktivität ist kein Tabu, sondern Voraussetzung für einen tragfähigen Sozialstaat.


