🏗️ Projektstatus Nach Jahren der Hängepartie nimmt die Zukunft der Körse-Therme in Kirschau konkrete Formen an. Der Zweckverband hat im Dezember 2025 die nächste Planungsphase freigegeben, der Baustart ist für 2026 terminiert, die Wiedereröffnung für Ende 2029 vorgesehen. Mit der Fortschreibung des Konzepts steigen die veranschlagten Gesamtkosten auf rund 29 Millionen Euro. Eine Bürgerbeteiligung floss in die überarbeiteten Pläne ein, der Landkreis stellt zur Finanzierung einen Nachförderantrag. Für die Oberlausitz bleibt das Vorhaben ein Leuchtturm und ein Prüfstein für verlässliche Projektsteuerung im Umgang mit öffentlichen Mitteln.
🕰️ Hintergrund Die Therme ist seit Ende 2022 geschlossen – eine Folge von Investitionsstau, Energiepreisschock und verschlissener Technik. Um die Lasten auf breitere Schultern zu verteilen, trat der Landkreis Bautzen 2023 dem Zweckverband bei und hält seither die Mehrheit. Bereits zuvor hatte der Kreistag den Erhalt der Einrichtung als Aufgabe der Daseinsvorsorge bekräftigt. Personell wurde der Betrieb auf ein Minimum heruntergefahren, bis eine Sanierung den Neustart ermöglicht. Der politische und finanzielle Rückhalt des Landkreises war Voraussetzung, das Projekt gegen anhaltende Unwägbarkeiten zu stabilisieren.
💶 Finanzierung Der Umbau stützt sich maßgeblich auf Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW); 18,9 Millionen Euro wurden im November 2024 zugesagt. Ursprünglich wurde mit rund 26 Millionen Euro kalkuliert, einschließlich bis zu drei Millionen Euro für ein Energiekonzept zur Reduzierung der Gasabhängigkeit. Der Zweckverband bringt Eigenmittel über ein Darlehen ein, die Refinanzierung soll über den späteren Betrieb erfolgen. Mit dem Mehrheitsbeitritt des Landkreises von 51 Prozent wurde zugleich eine Neuordnung der Verbandsanteile vorbereitet, nachdem die Gemeinde Beiersdorf ihren Austritt angekündigt hatte.
- GRW-Zusage: 18,9 Millionen Euro
- Ursprüngliche Kalkulation: ca. 26 Millionen Euro inkl. bis zu 3 Millionen Euro für das Energiekonzept
- Eigenmittel: Darlehen des Zweckverbands, Refinanzierung über den Betrieb
- Struktur: Landkreis mit 51 Prozent Mehrheit, Neuordnung der Anteile nach Austrittsankündigung Beiersdorf
🏊 Planungsinhalte Die optimierte Planung sieht unter anderem schwimmbare 25-Meter-Bahnen sowie einen attraktiveren Sauna- und Wellnessbereich vor. Der Strömungskanal entfällt aus Kostengründen. Die Gastronomie wird verlagert, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Damit wird das Angebot zugleich sportlicher und in der Aufenthaltsgestaltung zielgerichteter ausgerichtet.
🧰 Bauen unter Bedingungen Baulich anspruchsvoll bleibt der Bestand, unter anderem wegen der Lage in einem Bereich mit erhöhtem Grundwasserstand. Das erfordert saubere Planung, belastbare Bauabläufe und Reserven im Budget. Disziplin in der Umsetzung und klare Prioritäten sind die Voraussetzung, um Verzögerungen und Mehrkosten zu vermeiden.
⏱️ Zeit- und Kostenrahmen Die Gesamtkosten klettern auf etwa 29 Millionen Euro. Bei Bewilligung zusätzlicher Fördermittel bleibt der Zielkorridor bestehen: Beginn der Arbeiten 2026, Wiedereröffnung Ende 2029.
- Dezember 2025: Freigabe der nächsten Planungsphase
- 2026: Baustart
- Ende 2029: Wiedereröffnung
📍 Regionale Einordnung Die Sanierung ist mehr als ein örtliches Prestigeprojekt. Sie ist ein Testfall für solide Prioritätensetzung, nüchterne Kostenkontrolle und verlässliche Terminplanung in Zeiten knapper Kassen. Fördergelder entbinden nicht von Sorgfalt; sie verpflichten dazu. Wer die Therme als Infrastruktur der Daseinsvorsorge und als Baustein regionaler Wertschöpfung erhalten will, muss Transparenz bei Kosten und Risiken gewährleisten, Planungsdisziplin sichern und den späteren Betrieb wirtschaftlich denken. Gelingt das, kann die Körse-Therme ab 2029 wieder zu einem stabilen Anker im Sport-, Gesundheits- und Familientourismus der Oberlausitz werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Öffentliche Großprojekte brauchen Disziplin, nicht Wunschlisten. 29 Millionen Euro sind eine Zielmarke, kein Freibrief für Nachforderungen. Termine sind einzuhalten, Risiken offenzulegen und Abweichungen konsequent zu korrigieren. Zusatzförderung kann helfen, ersetzt aber keine straffe Projektsteuerung. Wer Verlässlichkeit will, priorisiert, verzichtet auf Nice-to-have und liefert 2029.


