📰 Verbraucherschützer warnen vor schleichendem Rückzug des Bargelds Deutschlands oberste Verbraucherschützer sehen das Bargeld im Alltag unter Druck. Laut aktueller Befragung konnten 30 Prozent der Teilnehmenden in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal nicht bar zahlen. Der vzbv fordert daher klare, verbindliche Regeln zur Bargeldakzeptanz.
🧭 Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel und Notfallreserve Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel, ermöglicht anonyme Zahlungen und dient als Ausfallreserve, wenn digitale Systeme streiken. Nach Einschätzung des vzbv geht die Akzeptanz im Handel seit Jahren zurück. Zugleich bringt der Verband seine Verbraucherperspektive im Nationalen Bargeldforum der Bundesbank ein.
🔒 Datenschutz, Teilhabe und Resilienz im Fokus Die Debatte berührt Grundfragen von Datenschutz, gesellschaftlicher Teilhabe und Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. Eine überhastete Verdrängung des Bargelds träfe insbesondere jene, die auf einfache, gebührenfreie und datensparsame Bezahlwege angewiesen sind: Ältere, Jugendliche sowie Menschen ohne lückenlosen Zugang zu digitaler Infrastruktur.
🧾 Hürden im Alltag häufen sich Immer häufiger fehlt im Alltag die Möglichkeit zur Barzahlung – etwa im Parkhaus, beim Ticketkauf in Bus und Bahn oder sogar in der Bäckerei. Diese Entwicklung verstärkt praktische Hürden und schränkt die Wahlfreiheit beim Bezahlen spürbar ein.
📜 Forderung nach verbindlicher Bargeldannahme Der vzbv verlangt eine verpflichtende Annahme von Bargeld im stationären Handel, in der Gastronomie, bei Dienstleistungen und in der Verwaltung. Barzahlung soll ohne Zusatzgebühren möglich sein, flankiert von Kontrollen und Sanktionen; Ausnahmen müssen eng begrenzt und transparent begründet werden.
- Verpflichtende Annahme von Bargeld in stationärem Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Verwaltung
- Keine Zusatzgebühren für Barzahlung
- Regelmäßige Kontrollen und wirksame Sanktionen zur Durchsetzung
- Eng begrenzte, transparent begründete Ausnahmen
📊 Fundament der Befunde Die Einschätzungen stützen sich auf eine internetrepräsentative Befragung von 1.000 Personen (21.–30. Oktober 2025, Fehlertoleranz ±3 Prozentpunkte) sowie auf 1.318 konkrete Meldungen aus einem bundesweiten Aufruf. Beide Quellen zeichnen ein konsistentes Bild: Barzahlungsbarrieren nehmen spürbar zu.
🔭 Warum eine gesicherte Bargeld-Option nötig bleibt Digitale Zahlungen wachsen – doch ohne eine rechtlich gesicherte Bargeld-Option drohen Kontrollverlust, neue Hürden und Abhängigkeiten. Ein konservativer Ordnungsrahmen, der Bargeld als gleichwertige Alternative schützt, stärkt Datensouveränität, Wettbewerb und Krisenfestigkeit. Er dient dem Grundsatz, dass Bürger selbst entscheiden, wie sie bezahlen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Wer das Bargeld aus dem Alltag drängt, schwächt Freiheit und Eigenverantwortung. Eine verpflichtende Bargeldannahme ist kein Anachronismus, sondern Voraussetzung für Teilhabe, Datenschutz und Robustheit in Krisen. Der Gesetzgeber darf nicht zögern: klare Pflichten, klare Kontrollen, spürbare Sanktionen. Digitale Bezahlwege sind nützlich, aber Ergänzung – nicht Ersatz. Es ist Aufgabe einer konservativen Ordnung, Wahlfreiheit zu sichern und den Primat des Bürgers über seine Zahlungsart festzuschreiben.


